Doch, das sei eine erfreuliche Nachricht, findet Ulrich Kahle - auch wenn er sich eine schnellere Reaktivierung des Kesselhauses als einzigem Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst in Bamberg gewünscht hätte.

Der Vorsitzende des Fördervereins "Kunstraum Jetzt" ist jedoch froh über den breiten Konsens, den das Anliegen des Vereins inzwischen im Stadtrat findet: Gegen zwei Stimmen sprach sich die Vollsitzung des Stadtrats am späten Mittwochnachmittag für einen umfangreichen Beschlussvorschlag aus, den der neue Bürgermeister Christian Lange (CSU) vorgetragen und erläutert hatte.

Im Kern sieht er vor, dass die Kommune 155 000 Euro in die Hand nimmt, um das Gebäude so zu sichern, dass es wieder für einen öffentlichen Ausstellungsbetrieb genutzt werden darf.
Der war bekanntermaßen im Herbst abrupt gestoppt worden, weil ein Gutachter erhebliche Mängel vor allem beim Brandschutz beanstandet hatte.

Die Summe für die provisorische Sicherung des Kesselhauses als Kunstraums ist nicht neu. Bisher vertrat die Stadt jedoch den Standpunkt, sie könne nichts investieren, weil die Regierung dem Bamberger Haushalt keine so genannten freiwilligen Leistungen mehr genehmigen würde.

Als "freiwillige Leistung" sind jene 105 000 Euro definiert, die der Sanierung des Kesselhauses selbst dienen. Die weiteren 50 000 Euro dienen dem Bauunterhalt und sollen als erstes investiert werden, so dass die Stadt das Gebäude weiterhin als Lager, aber auch Künstleratelier nützen und vermieten kann.

Der Lösungsweg sei erst nach intensiven Gesprächen in Bayreuth möglich geworden, betonte neben Lange auch Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD).

Das Geld wird in den Haushaltsplan 2015 eingestellt; dazu verpflichtete sich der Stadtrat am Mittwoch. Die Regierung macht laut Sitzungsvortrag zur Bedingung, dass der Etat 2015 keine Nettoneuverschuldung enthält und die dauerhafte finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt bis 2018 gesichert ist. Die politische Spitze Bambergs geht davon aus, dass dies der Fall sein wird.

Lange, der später in nichtöffentlicher Sitzung das Kulturressort zugesprochen bekam und damit die selben Aufgaben bekleiden wird wie sein Vorgänger Werner Hipelius, nannte die Entscheidung einen "Meilenstein" auf dem Weg zum Ziel, nämlich der zeitgenössischen Kunst in der Welterbestadt wieder zu einem Raum zu verhelfen - zumindest so lange, bis sich Alternativen an anderer Stelle, vielleicht auf dem Konversionsgelände, ergeben.

Die breite Zustimmung quer durch die Fraktionen war keine Überraschung: Fast alle Stadträte hatten Ende April einen Dringlichkeitsantrag formuliert, der die baldige Wiedereröffnung des Kesselhauses als Kunstraum zum Ziel hatte.
Allerdings geht es einigen zu langsam. Kritik wurde auch am Procedere laut, Zweifel auch daran, ob die 155 000 Euro reichen.

Damit dem Förderverein "Kunstraum Jetzt" auch ohne Kesselhaus Ausstellungen möglich sind, stellt das Kulturreferat zwei Mal höchstens 7500 Euro für Projekte in Aussicht. Auch das ist beschlossene Sache.