Unter dem Motto "Kein Werben fürs Sterben" protestierte gestern eine kleine Gruppe der Linksjugend Bamberg vor der Graf-Stauffenberg-Wirtschaftsschule. Anlass der Protestaktion war ein Berufsbildungsseminar der Schule, an der auch die Bundeswehr ihr Berufsbild vorstellte. Das Ziel der Demonstranten war es nach deren Angaben, den "Bundeswehr-Werbefeldzug" zu stoppen, der ihrer Meinung nach zu einer "Militarisierung des Bildungswesens sowie der Gesellschaft" führe.

Im Vorfeld der Aktion wurde auch die Schulleitung von der Linksjugend aufgefordert, die Bundeswehr auszuladen. Schulleiter Martin Mattausch lehnte dies ab: "Die Veranstaltung an unserer Schule hat eine lange Tradition und auch die Bundeswehr stellt seit vielen Jahren ihr Aufgabenspektrum vor."

Gelassenheit stellte der Karriereberater der Bundeswehr, Oberleutnant Benjamin Geifes, zur Schau. "Auch das ist Demokratie und dafür stehen wir als Bundeswehr. Jeder kann seine Meinung frei äußern." Allerdings seien solche Proteste eher die Ausnahme. Er habe von Forchheim bis Höchstadt und Haßfurt sechs Landkreise zu betreuen, derartigen Demos begegne er jedoch kaum.