So paradiesisch sich die Angelegenheit auch anhört: Der Wanderparkplatz am Eingang zum Paradiestal an der Bundesstraße 22 zwischen Steinfeld und Treunitz bleibt für die Verkehrsplaner ein Zankapfel. Seit Jahren schon fordern Kommunalpolitiker Verbesserungen vor allem für die vielen Fußgänger, die hier die Straße queren müssen, um vom Parkplatz ins Wanderparadies zu gelangen. Nach einer erneuten Begehung mit Behördenvertretern auf Einladung von MdL Heinrich Rudrof (CSU)gibt es jetzt einen ersten Erfolg zu vermelden: Die Geschwindigkeit für Kraftfahrzeuge wurde in diesem Bereich auf 70 Stundenkilometer beschränkt.

"Das Tempolimit gilt für den Bereich von Treunitz bis nach dem Parkplatz, auf etwa einem Kilometer Strecke", erläutert Helmut Hartwich, am Landratsamt Bamberg zuständig für die Verkehrssicherung. Nur einen Tag nach einer Verkehrsschau mit der Polizei Ende April wurde die Entscheidung getroffen und der Gemeinde Königsfeld mitgeteilt. Und es ging ganz schnell: Noch vor den Pfingstfeiertagen waren die Schilder aufgestellt, um "ein gefahrloseres Wandern zu ermöglichen", begründet Hartwich das rasche Handeln.

Denn im unübersichtlichen Bereich der S-Kurve ist das Queren der Straße mit einem hohen Risiko verbunden. Vor allem in der wärmeren Jahreszeit wird die B 22 von zahlreichen Auto- und Motorradfahrern frequentiert. Radler und Fußgänger leben hier gefährlich.

Für die Bürgermeister Gisela Hofmann (BBL) aus Königsfeld und Ludwig Göhl (FW) aus Stadelhofen Grund genug, den Bau eines straßenbegleitenden Geh- und Radweges zu fordern, damit vor allem die Radfahrer durchgängig von Scheßlitz nach Hollfeld gelangen können. Doch die Strecke zwischen Steinfeld und Treunitz ist schwierig, zum Teil reichen die Felsen bis an die Straße. Die Gemeinden auf dem Jura sehen sich da nicht zuständig und wären finanziell überfordert. Das sagte jedenfalls Gisela Hofmann im Rahmen einer Verkehrskonferenz, zu der MdL Heinrich Rudrof neben Bayerns Innen-Staatssekretär Gerhard Eck auch Bürgermeister des Landkreises eingeladen hatte.

"Für einen Radwegbau ist die Verkehrsbelastung von ein paar Hundert Fahrzeugen pro Tag einfach zu gering", begründet Baudirektor Michael Raab die ablehnende Haltung der Behörde. "Ich sehe keine Möglichkeit für eine Beteiligung des Bundes an einem Geh- und Radweg." Der Bund müsste, weil die B 22 Bundesstraße ist, eigentlich für den Radwegebau aufkommen. "Vielleicht könnte man ja eine Finanzierung aus dem Programm Freizeit und Erholung ermöglichen."

Davon aber hält Bürgermeisterin Hofmann gar nichts. Überschlägig seien die Kosten für den Wegebau von Treunitz zum Paradiestal auf etwa 650.000 Euro taxiert worden, ließ sie wissen. "Wir sind keine sehr wohlhabende Gemeinde. 50 oder auch nur 25 Prozent davon sind für uns so einfach nicht zu machen."

Nicht gelten ließ die Königsfelder Bürgermeisterin die Begründung der Behörden (zu geringe Frequentierung) für den Nicht-Bau: "Das sind vielleicht Durchschnitts-Zahlen, die aber an Wochenenden oder bei schönem Wetter überhaupt nicht zutreffen", hielt sie Behörden und Staatssekretär entgegen. Dann herrsche auf der B 22 sehr starker Betrieb, der die Voraussetzungen für einen Geh- und Radweg an der Bundesstraße "locker" erfülle. "Entscheidend ist: Man kommt an solchen Tagen mit dem Rad nicht sicher voran." Radler mieden deshalb diesen Bereich, die Radwege-Verbindung zwischen Scheßlitz und Hollfeld sei im oberen Wiesent tal unterbrochen. Das Straßenbauamt gestand zu, dass an Wochenend-Tagen die Frequentierung der Straße bei 1000 bis 1200 Fahrzeugen pro Tag liege.

Eine Zusage des Staatssekretärs gab es dennoch nicht. Man müsse "mal gucken, was es noch für Förderprogramme gibt", meinte er. Die Verkehrsbelastung dürfe jedenfalls nicht das entscheidende Kriterium für einen Straßen-Ausbau sein, unterstrichen auch die Bürgermeister Krapp (Wattendorf) und Krämer (Heiligenstadt). "Da fallen wir auf dem Jura immer hinten runter."