Am 14. September 1852, am Fest Kreuz-Erhöhung, wurde mit einem Festgottesdienst die erste Ortskapelle in Tiefenhöchstadt geweiht. Durch private Spenden konnte die neugotische Kapelle errichtet werden und ersparte den Bewohner den beschwerlichen Weg zum Gottesdienst nach Mistendorf. Für die Katholiken in Tiefenhöchstadt, Kälberberg und Hochstall ist die Kapelle in Tiefenhöchstadt, die jetzt zur Kuratie Gunzendorf gehört, noch immer Mittelpunkt ihres religiösen Lebens.
Den neugotischen Hochaltar im Gotteshaus schuf der königliche Hofmodelleur Carl Ferdinand Schropp (1794-1875). Bekannt wurde er durch seine Experimentierfreudigkeit mit neuen Werkstoffen. So schuf er die Figuren der 14 Nothelfer und das Heilige Grab aus Pappmache, die um einen Kern aus Drahtgeflecht modelliert und dann farbig gefasst wurden. Die Köpfe, Arme und Attribute der Heiligen sind aus Holz geschnitzt und dann mit einer farblichen Fassung überzogen worden. Wie die Recherchen von Annette Faber ergeben haben, musste die Gemeinde für den Altar die dafür notwendigen 150 Gulden aufnehmen. Die Schulden konnten aber bereits 1867 wieder zurückbezahlt werden.
Doch mittlerweile ist die Kapelle wieder renovierungsbedürftig. Die letzte Renovierung fand 1984 statt, daran kann sich Gunda Heidig noch gut erinnern. Sie und ihr Mann Georg sind die "guten Seelen" der Kapelle und sorgen dafür, dass das kirchliche Leben auch weiter aufrechterhalten werden kann. Jeden letzten Freitag im Monat wird Gottesdienst gefeiert und ganz wichtig ist nach wie vor die Prozession am Festtag Kreuz-Erhöhung im September.
In Zusammenarbeit mit der Diözesanarchitektin Petra Postler ist ein Sanierungsplan und eine Kostenaufstellung erstellt worden. Rund 48 720 Euro wurden dabei ermittelt. Die Katholische Kirchenstiftung beantragte entsprechende Zuschüsse u. a. bei der Oberfrankenstiftung, bei der Bayerischen Landesstiftung und beim Markt Buttenheim. Der Gemeinderat gewährte, wie auch in anderen Fällen, eine Bezuschussung von 20 Prozent der nachgewiesenen Gesamtkosten, maximal 10 000 Euro. Dazu kommen Zuschüsse vom Erzbischöflichen Ordinariat und Eigenmittel der Kirchenstiftung.
Koordiniert werden die Arbeiten von Karl Sanner aus Stackendorf, der schon reichlich Erfahrung mit Kirchensanierungen hat. Hat er doch die Sanierung von St. Nikolaus Gunzendorf und der Kirche auf dem Senftenberg maßgeblich mit begleitet.
Geplant ist eine neue Innenausmalung der Kapelle, die doch schon sehr dunkel und verrust wirkt. Der Teppichboden im Chorbereich wird entfernt und in diesem Zusammenhang die Holzstufe durch Sandstein ersetzt. Für die Fußboden- und Sandsteinarbeiten am Chor werden die Kosten noch ermittelt. Im Eingangsbereich wird es einen im Boden eingearbeiteten Schmutzfangteppich geben. Die vorhandenen Heizkörper in der Sakristei und im Chorbereich sollen durch Marmorplattenheizkörper ersetzt werden.


Neue Beleuchtung

Darüber hinaus werden die Beleuchtungskörper im Langhaus ausgetauscht. Bei dieser Gelegenheit will man klären, ob die Aufhängung der Lampen im Dachraum erfolgen kann, damit man zum Austausch der Leuchtmittel und für Reinigungsarbeiten die Lampen ablassen kann. Der Sockel im Außenbereich an der Rückseite der Kapelle wird durch einen geeigneten Putz erneuert werden. Bei den Rissen an der Süd-Ostseite am Langhaus im Außenbereich muss geprüft werden, ob eine Verpressung der Risse und eine partielle farbliche Ausbesserung des Anstrichs möglich ist. Im Moment werden gerade die Ausschreibungen für die benötigten Gewerken gemacht.
Ob noch mehr Arbeiten dazukommen werden, bei solchen Baumaßnahmen gar nicht unüblich, wird sich im Laufe der Renovierungsmaßnahmen zeigen. Auch die Kirchenorgel bräuchte eine Sanierung, berichtete Gunda Heidig dem Buttenheimer Bürgermeister Michael Karmann (ZWdG/CSU) bei einem Vororttermin. Dafür gibt es im Moment jedoch noch keine Planungen.