So groß die Aufregung für eine kurze Zeit war, so schnell war sie auch wieder vorbei: Als die Nachricht eines vermeintlichen Bombenfundes in der Bamberger Altstadt allmählich die Runde machte, konnte die Polizei auch schon wieder Entwarnung geben. Statt eines explosiven Überbleibsels aus dem Zweiten Weltkrieg wurde ein altertümlicher Holzpflock mit Metallspitze aus der Regnitz geborgen.
Gefunden wurde der zunächst als "verdächtig" eingestufte Gegenstand am Mittwochvormittag von Tauchern, die an der Baustelle an den Unteren Mühlen Arbeiten am Wehr vornehmen wollten. "Ein Taucher hat in etwa 1,70 Meter Tiefe ein ungewöhnliches Objekt gesehen und ertastet", erklärt Christine Feldbauer vom Ordnungsamt Bamberg. Der Architekt des Bauprojekts habe das Ordnungsamt, das wiederum die Kollegen der Polizei Bamberg verständigt.


Großräumige Sperrung

Unmittelbar nach dem Fund wurde der Bereich um die Baustelle zunächst großräumig abgesperrt, der Verkehr umgeleitet. Das direkt anliegende Haus wurde vorsichtshalber geräumt. "Wir wollten zu diesem Zeitpunkt keinerlei Risiko eingehen", erklärt Jürgen Stadter, Pressesprecher der Polizeiinspektion Oberfranken.
Von einer Vorsichtsmaßnahme spricht auch Feldbauer. Zu diesem Zeitpunkt habe man weder Bilder des Objekts noch Kontakt zu den Experten gehabt. "Nur ein Spezialist konnte die Lage zweifelsfrei einschätzen", sagt Feldbauer. Statt ein unnötiges Risiko einzugehen, habe man den Verkehr vorsorglich herausgenommen und Kontakt zur Kampfmittelräumung aufgenommen.
Während sich die Spezialisten aus Nürnberg auf den Weg nach Bamberg machten, konnten die Kollegen vor Ort bereits eine erste Entwarnung geben. Nach intensiver Sichtung von Fotoaufnahmen und Rücksprache mit Experten wurde gegen Mittag von der Polizei mitgeteilt, dass man das Gefahrenpotenzial als eher gering einschätze. Die Straßensperrung war laut Stadter ohnehin schon wieder aufgehoben worden. "Insgesamt hatte die ganze Aktion kaum Auswirkungen für die Bürger", sagt er. Lediglich ein Fußgängersteg blieb bis zum Nachmittag gesperrt. Doch mit den Kampfmittelexperten kam dann auch innerhalb weniger Minuten die endgültige Entwarnung: Ein Holzpflock, die Spitze mit Metall ummantelt, wurde um kurz nach 14 Uhr aus dem trüben Wasser geborgen.
"Ich habe gleich an so etwas gedacht", sagt Paul Schwegler am Nachmittag. Als Anwohner habe er die Aktion natürlich verfolgt, an etwas Schlimmes habe er zu keinem Zeitpunkt geglaubt. "So oft wie dort schon aufgebaggert und gebaut wurde - was sollte da noch sein, was nicht schon vor 20 Jahren zum Vorschein gekommen wäre."


Erleichterung bei der Stadt

"Nach der Bergung kann man sagen, das wäre eher was für den Archäologen gewesen", scherzt mittlerweile auch Feldbauer. Erleichterung ist dennoch das vorherrschende Gefühl gestern: "So eine Geschichte wie 2013 am Flugplatz können wir nicht noch einmal gebrauchen." Damals mussten über 3500 Bamberg nach dem Fund zweier Fliegerbomben evakuiert werden.