Das erste Baby des neuen Jahres heißt Joel und ließ auch gar nicht lange auf sich warten: Schon um 0.24 Uhr - das Feuerwerk war noch lange nicht zu Ende - kam der Junge ohne Komplikationen zur Welt. Mutter und Kind sind wohlauf.

Joel wiegt 2760 Gramm und ist 52 Zentimeter groß. "Wir kamen an Silvester gegen 14 Uhr in die Klinik, konnten dann aber nach einer Stunde wieder nach Hause gehen", berichten die jungen Eltern Yvonne und Dimitri Fink. Doch an eine Silvesterfeier war nicht zu denken. Drei Stunden später setzten die Wehen erneut ein und das junge Paar machte sich ein zweites Mal auf den Weg ins Klinikum. Diesmal mit Erfolg: Nach einer anstrengenden, aber gut gelaufenen Entbindung freut sich die Familie Fink über einen zweiten Sohn. Außer Joel kamen in der Nacht und in den frühen Morgenstunden drei weitere Kinder zur Welt. Drei wurden noch im erwartet.


Rekord im August

2012 war ein Babyboom-Jahr ohnegleichen für die Frauenklinik: Insgesamt 1820 Kinder kamen im Haus am Bruderwald zur Welt. "Entgegen dem allgemeinen Trend der sinkenden Geburten ist es uns in Bamberg gelungen, eine weitere Zunahme der Geburtenzahlen zu verzeichnen", bilanziert Chefarzt Burkhard Schauf. Vor drei Jahren waren es noch 1680 Buben und Mädchen, im Klinikum geboren wurden.

Rekordmonat des letzten Jahres war der August, als 216 Kinder zur Welt kamen. Zum Vergleich: In normalen Monaten waren es bis dahin etwa 150. Trotz des starken Anstiegs der Geburten im letzten Sommer und dem damit verbundenen erhöhten Einsatz seines Teams, sei dies nie zu Lasten der jungen Familien gegangen, versichert Schauf: "Uns wurde immer wieder versichert, dass keine der Frauen das Gefühl hatte, es stünde nicht genügend Zeit für individuelle Betreuung zu Verfügung.

Die Ursache in der stetig steigenden Geburtenzahl sieht Schauf unter anderem in der überregional hohen Anerkennung, die die Geburtshilfe in Bamberg genieße. So würden vermehrt Schwangere aus den umliegenden Landkreisgemeinde und Städten wie Lichtenfels, Kronach, Coburg, Bayreuth, Haßfurt, Nürnberg und Erlangen zur Entbindung nach Bamberg fahren. "Zwar kommen rund 95 Prozent aller Schwangeren aus der Stadt zur Entbindung ins Klinikum. Wenn man den Landkreis hinzuzieht, sind es noch rund 85 Prozent, die sich uns zur Entbindung anvertrauen", berichtete Schauf. Rund 10 bis 15 Prozent der Wöchnerinnen kommen aus benachbarten Städten und Gemeinden.


Kaiserschnitte auf ein Mindestmaß reduziert

Während die Zahl der Frühgeburten mit 22 Kindern konstant geblieben ist, konnte 2012 die Zahl der betreuten Risikoschwangerschaften ebenfalls gesteigert werden. So wurden fast 60 Mehrlingsentbindungen betreut - und auch im letzten Jahr gab es wieder eine Drillingsgeburt. "Alle vier Drillingsschwangerschaften der letzten drei Jahre hatten ein freudiges Ende und die Kinder und Mütter sind gesund heim gegangen", freut sich der Chefarzt.

Und auf einen weiteren Umstand ist er stolz: Trotz der höheren Zahl an Risikoschwangerschaften konnte die Frauenklinik die Rate von Kaiserschnitten auf ein Mindestmaß reduzieren. Sie liegt mit knapp 30 Prozent deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt an Perinatalzentren. "Ich denke wir alle zusammen haben letztes Jahr wieder eine gute Arbeit geleistet. Und darin liegt auch der Schlüssel zum Erfolg: Neben der hervorragenden Ausstattung der Klinik werden unsere Kinder und Frauen kompetent betreut, individualisiert von einem liebevoll umsorgenden Team aus Hebammen, Krankenschwestern und Kinderkrankenschwestern, Geburtshelfern und Kinderärzten betreut."