Als sie raus kamen, sahen sie alle zufrieden aus: Im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes hatten die Gesellschafter gerade den Vertrag zur Gründung der Regionalwerke Bamberg GmbH unterzeichnet.

Warum sie zufrieden waren? "Weil wir damals angefangen haben mit einer Idee, ohne zu wissen, wo wir enden", sagt Gabriele Pfeff-Schmidt, Geschäftsführerin der Klima- und Energieagentur Bamberg.

"Wir", das sind die drei Gesellschaftergruppen, bestehend aus Landkreis Bamberg, den teilnehmenden Landkreisgemeinden sowie Stadt und Stadtwerke Bamberg.

An einem Strang ziehen

Die Grundidee hatten vor etwa vier Jahren zwei Männer: Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Landrat Günther Denzler (CSU) haben 2008 beschlossen, in Sachen Energiewende an einem Strang zu ziehen.

In der Folge gründeten Stadt und Landkreis die Klimaallianz Bamberg. Um die Klimaschutzaktivitäten der Region in einer Geschäftsstelle bündeln zu könnent, wurde die Tochter Klima- und Energieagentur Bamberg ins Leben gerufen. "Aber damit konnten wir nicht geschäftlich aktiv werden oder Aufgaben erledigen", erläutert Gabriele Pfeff-Schmidt.

Deswegen sei eine weitere Tochter von Nöten gewesen: Die Regionalwerke Bamberg GmbH. Hier soll es in Zukunft ums Konkrete gehen: Eine Gemeinde kommt auf die Regionalwerke zu und lässt sich etwa zum Thema Photovoltaik beraten. Gibt es örtliche Projektgemeinschaften, werden diese mit eingebunden. Neben der Beratung kümmert sich die Regionalwerke GmbH um die Planung, Koordination und den Betrieb von Anlagen der Energie- und Wärmeversorgung.

"Mit diesem Ansatz soll die Wertschöpfung in der Region bleiben", betonte Oberbürgermeister Starke. Und Landrat Günther Denzler führte aus, dass es bereits Gemeinden mit Windrädern gäbe, in die Großkonzerne investiert hätten - und auch die Gewinne abschöpfen würden. Das solle in Zukunft verhindert werden.

Ziele der Regionalwerke

Die Stärkung der Wirtschaft vor Ort ist eines der erklärten Ziele der Regionalwerke. Zudem sollen Stadt- und Landkreis sowie die Gemeinden besser vernetzt werden, was die Umsetzung klimapolitischer Ziele angeht - schließlich will die Region bis 2035 energieautark sein.

Damit all das gelingt, appelliert Gabriele Pfeff-Schmidt an die Gemeinden: "Erfolg haben die Regionalwerke nur dann, wenn sie von den Gemeinden mit Projekten beauftragt werden." Dass 31 der 36 Landkreisgemeinden der GmbH beigetreten seien, zeuge von deren Vertrauen in das Bündnis.

Nicht mit dabei sind Lauter, Lisberg, Memmelsdorf, Stegaurach und Wattendorf. Sie können nachträglich beitreten.

Die Urkunde mit den aktuellen Mitgliedern wandert nun erst einmal auf den Tisch von Notar Florian Dietz. Er schickt sie zum Handelsregister. Sobald die Regionalwerke GmbH im Register steht, ist die Gründung abgeschlossen. Dann kann es richtig losgehen mit der Praxis - sofern sich die Gemeinden in Energiefragen tatsächlich an "ihre" Regionalwerke wenden.