Eigentlich haben die Haushalte des Stadelhofener Gemeindeteiles Steinfeld keinen Grund, mit ihrer Wasserversorgung unzufrieden zu sein. "Die Qualität ist sehr gut, da hatten wir bisher nie Probleme", betont Bürgermeister Ludwig Göhl. Seit der eigene Tiefbrunnen in den 1960-er Jahren gebohrt worden ist, versorgt er die Menschen mit bestem Trinkwasser. Zuvor gab es Hausbrunnen und natürlich die Wiesent quelle. Doch jetzt wird das Ortsnetz schwach und schwächer - immer wieder lassen Rohrbrüche das kostbare Nass knapp werden.
Wasserwart Martin Barth kontrolliert deshalb jeden Tag den Hochbehälter der Anlage. An den eingefügten Glasbausteinen kann er erkennen, wie die Versorgungslage ist. "Wenn gebraut wird, haben wir einen deutlich höheren Verbrauch und der Wasserstand ist deutlich niedriger. Wenn nicht gebraut wird und der Pegel fällt, dann ist das ein Alarmsignal", sagt der erfahrene Fachmann. Denn dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass irgendwo im Ortsnetz ein Leck entstanden ist. Und dann wird das Wasser knapp.

Zähler gewechselt


Bürgermeister Göhl nennt dazu ein paar Zahlen. "Pro Jahr fördert die Wasserversorgung Steinfeld etwa 28 000 Kubikmeter Wasser, etwa 85 pro Tag. Der durchschnittliche Verbrauch liegt bei 25 000, also guten 80 Kubikmeter pro Tag". Daran lässt sich ersehen, dass bei Rohrbrüchen das Trinkwasser schnell knapp werden kann, denn fünf bis zehn Kubikmeter sind da schnell abgelaufen. Um korrekte Zahlen zu bekommen, hat man in den vergangenen Jahren schon die Zähler ausgewechselt. "Die sind können auch ein Problem sein. Andernorts hat man deshalb sogar schon mehr Wasser verkauft, als laut Zähler von der FWO bezogen worden sind". Dort wurde der Zähler ausgewechselt, "jetzt passt's", sagt Göhl. Doch zurück nach Steinfeld. Zweimal schon musste man in diesem Jahr Rohrbrüche verkraften, beide an Hausleitungen. Einmal im Frühjahr, dann noch einmal vor sechs Wochen. Beide Male dauerte es ein paar Tage, bis die Lecks lokalisiert waren, das Wasser floss ab und reichte nicht mehr aus. In beiden Fällen musste mit Tankfahrzeugen einer Privatfirma Wasser vom nächst gelegenen Ortsnetz der Fernwasserversorgung (FWO) zugeführt werden. "Das erste Mal waren es etwa 60 Kubikmeter, das zweite Mal etwa 75", sagt Martin Barth. Damit kam man über die Runden, bis die Bruchstellen lokalisiert und repariert waren. In einem Fall hatte man bei Bauarbeiten mit einem Eisenpfahl ausgerechnet die Leitung getroffen, im anderen Fall ist die Ursache nicht bekannt. Doch zum Dauerzustand sollen solche Rettungsaktionen natürlich nicht werden. Deshalb denkt man bei der Gemeinde Stadelhofen über Möglichkeiten der Abhilfe nach. "Brüche in der Hauptleitung merken wir schnell, bei Hausleitungen ist die Ortung schwierig", so das Gemeindeoberhaupt. Momentan wird das Wasser aus dem Tiefbrunnen zuerst ins Ortsnetz gepumpt, der Überlauf fließt in den Hochbehälter. Diese Reihenfolge könnte umgedreht werden. Manche befürchten allerdings, dass dann der Wasserdruck in Steinfeld nachlässt. Für zu hoch hält man die aktuell acht bis zehn Bar allerdings nicht, auch nicht für die Ursache der Rohrbrüche.

Ringleitung als Abhilfe


Abhilfe schaffen würde eine Ringleitung direkt von der Pumpe zum Hochbehälter und von dort aus ins Ortsnetz. 1,2 Kilometer Leitung wären dafür zu bauen, bei Kosten von 150 Euro pro Meter. Derzeit werden die Fördermöglichkeiten geprüft. Ungewiss ist dennoch, ob mit einer solchen Leitung das Problem behoben wäre. "Zumindest hätten wir mehr Klarheit", sagt Ludwig Göhl. Eine weitere Ursache für die Wasserverluste könnte nach seiner Ansicht auch der Überlauf des Hochbehälters sein. "Wenn da Nachts was wegläuft, merkt das kein Mensch". Durchschnittlich habe man im Jahr 3500 bis 4500 Kubikmeter Wasserverlust, die nicht nachvollzogen werden könnten. Nur ein Teil davon - etwa 1000 Kubikmeter - könne der Wasserentnahme durch Feuerwehr-Übungen oder dem Verbrauch für die Sportanlagen von Vereinen zugeordnet werden. Für den Rest bleibt die Ursache bis auf weiteres unbekannt.