Überwältigt vom Engagement der Lisberger sprachen Landschaftsarchitekt Frieder Müller-Maatsch (Burghaslach) und der zuständige Projektleiter des ALE Bamberg, Joachim Block.Er sprach bei der Auftaktveranstaltung zur Dorferneuerung den aktiven Arbeitskreisen großes Lob für ihre Präsentation aus. "Der Bürger ist der beste Experte", erklärte zusammenfassend Müller-Maatsch, der die vier gebildeten Arbeitskreise während der Dorferneuerung fachlich begleitet.

"Ein Dorf ist dort, wo jeder jeden kennt, ein Ort zum Wohlfühlen, der geprägt ist von einer Kirche in der Ortsmitte, Schule, Gastwirtschaft, Läden, Bauernhöfen, aber vor allem von den Menschen, die das Ortsbild prägen", sagte Bürgermeister Peter Deusel (ÜPL). "Das Besondere an Lisberg ist die Burg, die zu den ältesten erhaltenen Burgen Deutschlands zählt und das Wahrzeichen der Steigerwald-Gemeinde ist. Sie verbindet das sogenannte Oberdorf mit dem Unterdorf. "

Gezeigt wurde ein Film von Percy Adlon über Lisberg aus dem Jahr 1975. "Dorf ist aber auch Erlebnisraum, Arbeitsmarkt, soziale Bindung und Kultur, die es zu erhalten gilt. Dazu soll in erster Linie die Dorferneuerung beitragen", so Deusel abschließend.

Um dieses Vorhaben voranzubringen, haben sich während des Seminars in Klosterlangheim vier Arbeitskreise gebildet, die ihre Schwerpunkte anschließend mittels PowerPoint-Präsentation vorstellten.
Den Anfang machte der Arbeitskreis "Historische Bausubstanz". Der Sprecher dieses Arbeitskreises, Zweiter Bürgermeister Harald Schneider, und sein Team (Ottilie Bergrab, Johann Dorn, Gabi Laufer, Werner Rauscher, Werner Tröppner) befassen sich in erster Linie mit den historischen, denkmalgeschützten beziehungsweise alten Gebäuden Lisbergs, dazu zählen unter anderem Burg Lisberg, Vorburg mit Gutshof, Pfarrkirche St. Trinitas, altes Lehrerhaus, Schweitzerhaus, alter Pfarrhof, Schreinerei Bergrab, Burgbräu Bayer, Tropfhaus und alte Friedhofskapelle.

Alle Bürger sollen mithelfen

Anhand zweier Beispiele, Gutshof und Friedhofskapelle, wurden Projekte gezeigt, die bereits vor der Dorferneuerung fertiggestellt wurden. "Der Arbeitskreis benötigt die Mithilfe aller Bürger, weitere Visionen mit einzubringen, damit öffentliche und historische Gebäude der Nachwelt erhalten bleiben", so Schneider.

Oliver Fromm nahm sich mit seinem Team (Matthias Kleinhenz, Patrick Martin, Georg Lang, Ulrich Striebl) der Thematik "Ortsbild" an. "Hier geht es vor allem um die Grünordnung, Dorfökologie, die Einbindung des Ortes in die Landschaft, die Ortsrandlage und die Ortseingänge", erklärte er und zeigte zur Veranschaulichung einen Film.

Der Arbeitskreis "Verkehr, Straßen, Wege, Plätze" (Roland Brischwein, Berthold Litzlfelder, Herbert Menz, Alfred Zier), mit Michael Riemer als Sprecher, stellte folgende mögliche Projekte vor: Sanierung des Tropfhauses (Unterdorf), Ausbau der Stichstraße zum "alten Ziehbrunnen" (Oberdorf), Verbindungsweg Unterdorf-Oberdorf entlang der Biotope, Neugestaltung der Freifläche am Ortskreuz, Treppenanlage am Festplatz zum Conrad-Wagner-Weg, Umgriff Eichelsee, Fußweg zum Festplatz, Ausbau Brunnenweg mit Umgriff Kratzhaus (Gemeindearchiv) und Fußweg zum Zimmermannsweg sowie Verbindungstreppe (Himmelsleiter) Unterdorf/Oberdorf.

Vorerst nur Visionen

Riemer unterstrich ausdrücklich, dass diese möglichen Projekte vorerst als Visionen anzusehen seien, die während des Zielfindungsprozesses der Dorferneuerung beim Grundseminar in Klosterlangheim entstanden waren. Weitere Anregungen oder Wünsche können von den Bürgern anhand eines ausgeteilten Fragebogens eingebracht werden.

Der Arbeitskreis "Dorfleben" (Arite Schima, Egon Schmitt, Rudi Knauer, Alfred Schönemann), mit Sprecherin Monika Fries sieht seine Aufgabenstellung in der Bewahrung der "Lisberger Werte", in der Verbesserung des Miteinanders und in der Gestaltung eines "lebenswerten Dorfes". Monika Fries gab verschiedene Anregungen, unter anderem ein zusätzlicher Spielplatz im Neubaugebiet, Räumlichkeiten für einen Jugendtreff, Schaffung eines Dorfladens, attraktive Angebote für junge Familien, Belebung des touristischen Angebots durch Bereitstellung von Ferienwohnungen und gastronomischer Angebote. Fries forderte die Bürger auf, "offener für ungewöhnliche Ideen zu werden".

Die vier Arbeitskreise treffen sich nun in regelmäßigen Abständen. Jeder Bürger, der Lust und Interesse hat, bei den Projekten zur Dorferneuerung mitzuwirken, kann seine eigene Ideen einfließen lassen, damit die Visionen nicht nur Theorie bleiben und die Dorferneuerung bald realisiert werden kann. Nähere Informationen sind auf der Internetseite der Gemeinde Lisberg www.lisberg.de/Dorferneuerung zu finden.