Das Faschingswochenende stand in Strullendorf ganz im Zeichen der 36. Prunksitzung der Strullendorfer Gaaskeeser. Ein gut strukturiertes und abwechslungsreiches Programm, tolle Stimmung und viel Beifall für die Aktiven gab es an zwei Tagen in der ausverkauften Karl-Wagner-Halle.

In diesem Jahr hieß das Motto der Prunksitzung: "Hüttengaudi". Entsprechend hatte man sich fürs Bühnenbild und die Dekoration einiges einfallen lassen und auch der Elferrat kam passend zum Motto mit Dirndl und Lederhose. Sitzungspräsident Wolfgang Bühner führte durchs Programm und überreichte mit viel Charme und so manchem "Strullau" die obligatorischen Gaaskeeser-Orden.

Olympische Spiele

Die anwesende Politikprominenz musste sich heuer ihre Orden "hart erarbeiten". Bei den "Olympischen Spielen auf der Hütt´n" waren erst Zielsicherheit, Schnelligkeit und gute Koordination verlangt. Doch bei den Disziplinen "Hau den Desel", "Skifahren" und "Kuhmelken" gab es bei allen Anwesenden noch Defizite, aber ihren Orden bekamen sie trotzdem.

Mamas und ein Papa der Gardemädchen brachten einen Sketsch frei nach dem Motto: Bauer sucht Frau auf die Bühne. Eine Braut für den Schweinebauern Schorschi sollte gefunden werden. Alle drei Kandidatinnen "Resi aus der Regnitau", die "süffige Susi aus Süsselfohr" und "Jaqueline aus Kramersfeld" wurden letztendlich für gut befunden.

Premiere mit zehn Jahren

Viel Beifall erhielt der zehnjährige Alexander Strauß, der seine Prämiere in der Bütt hatte. Er erzählte gekonnt und sehr pointiert über seine Erlebnisse als Schüler Fritzla, wo man mit viel "Unsinn, Blödsinn und Schwachsinn" zu tun hat. Nach einem Jahr Pause war wieder Pfarrer Marianus Schramm zu Gast in Strullendorf. Als Martin Brandwein sprach er über das Leben und den Durst, über das Thema Auto und "was an Dummheit grenzt: Kanada und Mexiko".

Wolfgang Reichmann, ausgezeichnet mit dem Frankenwürfel, gab seine Gedanken zum Thema Fußball zum Besten und erinnerte an die WM im letzten Jahr "wo's weder Hüttengaudi noch Budenzauber gab" und ließ Lothar Matthäus und Jogi Löw zu Wort kommen. Selbstverständlich durften "der Clubb" und Bayern München nicht fehlen mit allen den dazugehörenden Befindlichkeiten, denn "es is halt so".

Schafkopf als Schulfach

Ohne den "einzig wahren Strullator" fehlt bei der Strullendorfer Prunksitzung etwas. Jürgen Steppan philosophierte über die "Wertigkeit der Ehrengäste und wer dabei der Ober oder der Unter ist", sowie über Sinn und Unsinn Schafkopf spielen in der Schule zu lernen. Der Einbruch ins Strullendorfer Rathaus wurde genauso thematisiert, wie die örtliche Gastronomie und die Tatsache, dass es in Strullendorf Kesselfleisch erst um zehn Uhr gibt. Dazu gab es einen ausführlichen Bericht über sein Treffen mit Prinz Albert von Monaco in einer Toilette in Pyeongchang 2018.

Die Garden der RMV Concordia Strullendorf kommen regelmäßig von Wettbewerben mit Deutschen-, Europa- und Weltmeistertiteln zurück. Das haben sie an diesem Wochenende wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, ganz gleich ob es sich nun um das Young Team I, das Young Team II oder das New-Age Dance-Team handelte. Ausgewählte Musikstücke, eine dazu passende Choreographie und eine tolle sportliche Leistung erhielten zurecht tosenden Beifall. Das galt natürlich genauso für Melissa und Marie Lay mit ihrer Interpretation der Apollo-11-Mission und dem Solo-Auftritt von Amabella Hellmann.

Das Young Team III, die Nachwuchsgarde, trat zum ersten Mal vor großem Publikum mit ihrem Gardetanz auf. Großartig war auch der Showtanz des New-Age Dance-Teams mit ihrem Beitrag "Affentheater". Forscher wollten ein Serum für Alzheimer an Affen testen und wurden dann selbst von den Affen in den Käfig gesperrt. Selbstverständlich durfte die Black-Light-Show nicht fehlen, die sich in ganz besondere Weise mit dem Thema "Hüttengaudi" auseinandergesetzt hat.

Wasserballett vom Feinsten

Ein Highlight bei jeder Sitzung der Gaaskeeser sind die Strullendorfer Ladykillers. Mit Alexander Strauß konnte dafür schon Nachwuchs gefunden werden. In diesem Jahr präsentierten sie ein "Wasserballett vom Feinsten", das nicht nur vom weiblichen Publikum mit viel Applaus bedacht wurde.

Rund 130 Akteure vor und hinter der Bühne kamen zum Abschluss der Veranstaltung noch einmal zum Vorschein und nahmen den Beifall des Publikums entgegen.

Für die musikalisch Umrahmung der Veranstaltung und die ein oder andere Schunkelrunde waren die Schugi's aus Leiberös zuständig. Die Gelegenheit zum Aprés Ski wurde nach so einer anstrengenden Sitzung gerne wahrgenommen.