Premiere im Rathaus: Die erste Verleihung des Ehrenbürgerrechts im neuen Bürgerzentrum geht an den Kulturbeauftragten Horst Tuffner, der seit weit über drei Jahrzehnten das öffentliche Leben in der Großgemeine stark geprägt hat. Erster Bürgermeister Wolfgang Desel (CSU) vollzog damit in einer Sondersitzung den Beschluss des Gemeinderats vom 30. Juni 2014 und der Geehrte steht nun auf der Ehrenbürger-Liste gleichauf mit Bruno Weiß und Karl Berberich.

Der 73-Jährige, der dem Gemeinderat 36 Jahre angehörte, war einer der Gründungsmitglieder des 1978 gegründeten Sport- und Kulturrings, zugleich Kassier und unermüdlicher Antreiber vieler Aktionen. Er organisierte viele Feste, so wurde auch der Glockenturm an der St-Paul-Kirche mitfinanziert (Erlös 16 000 DM).

"Aus dieser Arbeit ist seine Leidenschaft für die Kerwa und deren traditionellen Umzug geworden. Es ist seine Herzensangelegenheit, so ist es auch nicht verwunderlich, dass er die 750-Jahr-Feier von Strullendorf im Jahre 1997 maßgeblich organisierte", berichtete das Gemeindeoberhaupt und fügte an, dass der "gut Vernetzte" auch in 15 Vereinen (unter anderem Zweiter "Concordia"-Vorsitzender) zahlendes Mitglied ist.

Guter Draht nach Ungarn

Erlebt und kennengelernt hat Desel den "Macher" auf den Reisen in die ungarische Partnerstadt Izsàk. "Ohne Horst im Tank könnte man im nächsten Jahr wohl nicht das 20. Jubiläum feiern. Er ist der Motor der Partnerschaft, Organisator, Ansprechpartner für Mitreisende." Vor neun Jahren bekam der Gründer des ungarischen Freundeskreis bereits in Ungarn das Ehrenbürgerrecht verliehen.

"Örtliche Kultur organisieren und fördern und fremde Kultur erlebbar machen", fasste Bürgermeister Wolfgang Desel zusammen, ehe er die Verleihung vornahm und der Geehrte sich ins Goldene Buch der Gemeinde eintrug.
In der vom Bläserquintett der Musikschule umrahmten Feierstunde waren es die Spitze seiner Partei (Freie Wählergemeinschaft Bürgerblock), Gerhard Lunz und Alexander Pfister, sowie Bundestagsabgeordneter Andreas Schwarz (SPD), die Horst Tuffner gratulierten und beschenkten. Letztgenannter konnte aus dem vollem Nähkästchen plaudern, da er die meiste Zeit seines Wirkens in Strullendorf mit Tuffner verbrachte und er schon als Vierjähriger vom "Macher im Ort" - er arbeitete früher in der Lebensmittelbranche - mit Süßigkeiten beschenkt wurde. "Nun schließt sich für mich ein Kreis."

"Erfahrener Kämpfer"

Schwarz lobte den "erfahrenen Kämpfer" als "Fels in der Brandung", der als Dreh- und Angelpunkt der von Desel skizzierten Aktivitäten ("Der Festzug ist Dein Kind") agierte. "Auch politisch konnte man sich immer auf ihn verlassen, er war ein loyaler Mitstreiter, die immer seltener werden. Er war einer, der mehr tat als es in der Gesellschaft für notwendig erachtet wird. Gelassenheit und Ruhe haben Deine Arbeit geprägt. Du hast dem Ort als Mann der zweiten Reihe viel Gesicht gegeben."

Der neue, immer "analog" agierende Ehrenbürger bedankte sich sichtlich gerührt bei den Laudatoren und seinen vielen Weggefährten und es war für ihn eine Selbstverständlichkeit, am Tag darauf wieder vormittags beim Herbst- und Bauernmarkt präsent zu sein. Dies ist ein weiteres "Kind" im Leben von Horst Tuffner, der sicherlich schon dem Jahr 2015 mit dem Ungarn-Jubiläum entgegenfiebert.