Für Christen ist es die "Nacht der Nächte": Die Nacht vom Karsamstag zum Ostersonntag, Höhepunkt der drei Tage, in denen Christen auf der ganzen Welt Leiden, Tod und Auferstehung ihres Herrn begehen; Eine ganz besondere Nacht auch für die Mesner der katholischen Kirchen. Denn mit den Kartagen und der Osternacht geht eine überaus reiche Symbolik einher. Karl Neudecker, Mesner der Sambacher Pfarrkirche Sankt Antonius Abbas, hat für die Auferstehungsfeier noch in der Nacht des Ostermorgens das Feuer vorbereitet.

Von zu Hause hat er Holz mitgebracht und auf dem Kirchenvorplatz entzündet. Ebenso hat er eine Zinkwanne mit Wasser gefüllt, das in der Osternacht gesegnet wird. Daraus entnimmt der Priester dann das Taufwasser, das noch eigens mit Chrisam-Öl geweiht wird.


Asche in die Blechdose



Am zuvor gesegneten Feuer entzündet der Mesner eine kleine Kerze und reicht das Licht dem Priester. Der wiederum entzündet damit die große Osterkerze: Zeichen für Christus, das Licht der Welt. Fortan wird sie die Gläubigen durch das liturgische Jahr begleiten. Glühende Kohle füllt der Mesner in das Weihrauchfass, das in der Osternachtfeier die Kirche mit Duft erfüllt. Ganz zum Schluss nimmt Neudecker noch etwas von der Asche und der Kohle des Osterfeuers und füllt sie in eine Blechdose. Landwirte werden sie später abholen und auf ihren Feldern ausbringen, damit sie im kommenden Erntejahr vom "Getreidebrand" (einer Krankheit) verschont bleiben.

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