"Schweinfurt, Würzburg, Nürnberg, Bayreuth - in ganz Franken steigen Hiphop-Battles", sagt Richard Michaelis: "Dazwischen Bamberg als weißer Fleck auf der Landkarte." Das zu ändern hat sich der IS-Management-Student vorgenommen, der selbst Tanzunterricht gibt und die Szene der Domstadt in Bewegung bringen möchte. Dank entsprechender Connections hat der 22-Jährige auch Protagonisten aus fünf Nationen für das Event angeheuert: "Tänzer aus der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich und Marokko haben neben deutschen Teilnehmern zugesagt."

Anfänge in den Ghettos
Schon in den Achtzigerjahren schwappten Breakdance-Battles aus den Staaten kommend über den großen Teich nach Europa, um sich irgendwann auch in good old Germany zu positionieren und weiterzuentwickeln. "Gerade in Süddeutschland boomt derzeit die Szene", meint Michaelis. So sollen nun am 22. März auch beim "Bamberger Hiphop-Tanzfestival" diverse Wettkämpfe ausgetragen werden - im JuZ, das sich als Location anbot. "Hiphop, Breakdance und Popping sind die Disziplinen, in denen sich die Teilnehmer messen." Drei Stile, die in den frühen 70er-Jahren Ghettos amerikanischer Metropolen entsprangen, wo sich DJs, Rapper und Sprayer vom tristen Alltag abzulenken suchten.

Video mit Arno Knauer:



"In zwei Runden können sich die angemeldeten Tänzer beweisen", sagt der Festival-Initiator. Einer Preselection folgen die eigentlichen Wettkämpfe. "Bewertet werden die Protagonisten von drei Judges, darunter Rob Lawray, der die Nürnberger Szene prägte." Roman Proskurins Gruppe NXT begleitet die Battles, wie Michaelis berichtet. Aus Marokko käme BBoy Yoriyas. Philipp Kleinhinz aka Bboy endless sei mit seiner Crew BreakaholiX als Unterfranke vertreten. Was aber nicht heißen soll, dass bei den Battles nur etablierte Kämpfer in den Ring steigen. "Jeder, der sein Können in einer der Disziplinen zeigen möchte, kann sich bis kurz vor dem Start anmelden und ist dabei."

In kürzester Zeit
Um 16.30 Uhr beginnt die Show, bei der jedem Konkurrenten pro Runde nur eine Minute bleibt, um sich zu zu profilieren. Zuvor schon gibt's im JuZ ab 12 Uhr acht Workshops rund ums Thema, die Anfängern entsprechende Basics vermitteln und andere weiterqualifizieren sollen. "Kristy Ann Butry, die einige sicher von ,Got to dance' (Pro Sieben) kennen, gehört neben Rob Lawray und Amir zu den Workshop-Leitern", berichtet der Festival-Organisator.
 

Video mit Rob Lawray:



Gerade Schüler, Studenten und Azubis möchte Michaelis ansprechen, um die Urban-Dance-Szene in Bamberg voranzubringen. "Ich will dabei auch zeigen, wie wenig Hiphop mit Gangsta-Klischees zu tun hat." Schon vor Jahren arbeitete der Festivalveranstalter mit jungen Leuten in dem Bereich und erlebte, "wie faszinierend es ist, sich über Tanz, Musik und Kunst auszudrücken, ja Energien in genau diese Richtung zu kanalisieren".
 

Video mit Amir:



Unterstützung fand der 22-Jährige bislang beispielsweise beim TSC Rhythmus als Verein, der die Schirmherrschaft übernahm. "Ich möchte ja Jugendlichen, die nur einen symbolischen Eintrittspreis von 1,50 Euro zahlen, den Zugang zum Battle ermöglichen." Neben Sponsoren würden die Workshops zu einem gewissen Teil zur Finanzierung des Festivals beitragen. "Es müssen allerdings auch Wertungsrichter, DJs, Flyer und vieles mehr bezahlt werden", so Michaelis, der nicht allzu tief in die roten Zahlen rutschen möchte.

Wer die Initiative des Studenten unterstützen möchte, kann sich an Michaelis per Mail (Richard-Michaelis@gmx.de) wenden. Unter der gleichen Adresse sollten sich auch Teilnehmer für Battles und sämtliche Workshops bewerben, die am 22. März im Jugendzentrum am Margaretendamm 12a stattfinden. Wenn's in Bamberg heißt: "Let the Battle begin!"