Welche Band wünscht sich nicht gleich im Gründungsjahr einen Auftritt mit Thomas Gottschalk? Für Heaven bot sich diese Gelegenheit beim Spielfest 1980 in Gaustadt. "Tommy kam mit einem alten S-Klasse-Mercedes angefahren", erinnert sich Mitbegründer und Schlagzeuger Günter Skoberla, den die Fans nur als Günter kennen. Gottschalk, der damals im Südwestfunk die Sendung "Telespiele" moderierte, sei von einem vorangegangenen Auftritt in München noch ganz erschöpft gewesen, "aber so offen und nett wie man ihn halt kennt." Und auch Heaven kam bei den Besuchern gut an. Zur Anfangsformation der Coverband zählten der Baunacher Georg Matthes, Oswald Sußmann (wie Skoberla ein Eltmanner) die Burgebracherin Heidi Schütz (Gesang und Bass) und der Stegauracher Werner Scheer (Keyboard). "Heidi und Werner gab es damals nur im Doppelpack und so hatten wir von da an zwei Keyboarder. Aber das erwies sich bald als Vorteil bei den moderneren Sachen", sagt Skoberla. Legendär waren die Moderationen von Heidi und Günter, die sich gerne gegenseitig foppten.

Skoberla kümmerte sich schon damals darum, wo seine Band auftritt. Zu den Besprechungen nahm er anfangs zwei Kalender mit, den richtigen und den vermeintlich fast vollen "Bluff-Kalender" nahezu ausgebuchter Musiker. "So einfach ist das nicht für eine junge Band", sagt Skoberla heute schmunzelnd. Um Wochenendauftritte im Tanzcenter Deuber in Modschiedel zu bekommen, traten die Musiker auch dienstagabends im Le Train in Bamberg auf. Und nach Auftritten im damaligen Nachmittagsprogramm der Music-Scene Knetzgau wurden sie schnell auch abends gebucht.

Weil Heaven den Zeitgeist traf, füllte sich auch Skoberlas echter Kalender. "Wir sind in den folgenden Jahren 100 bis 120 Mal jährlich aufgetreten - und dabei haben wir alle noch gearbeitet." Bis August standen die Termine fürs nächste Jahr fest. Nun wurden manche Anfragen abgeblockt, denn "wir wollten in jedem Saal höchstens acht bis neun Mal im Jahr auftreten." Irgendwann wurde es dem gelernten Bankkaufmann und späteren Finanzberater aber zu viel. 1990 zog er sich aus der Band zurück. "Ich habe mit mal gesagt: Wenn die Musik Arbeit wird, hör ich auf."

1989 kam Sänger und Keyboarder Stefan Rausch hinzu. Der hatte lange Haare und war erst skeptisch gegenüber einer "Popperband". Aber schnell war das Eis gebrochen, auch Rausch gehört der Band bis heute an. 1994 endete die Geschichte von Heaven aber fürs Erste, die Musiker gingen getrennte Wege.

Doch 2005 stellte Skoberla fest: "Wir müssen wieder was machen." In sechs Wochen wurde unter Hochdruck ein komplettes Programm zusammengestellt. Das zahlte sich aus, der erste Auftritt nach dem Comeback geriet zum Triumph. Als das randvolle Tanzcenter Kaiser in Unterpreppach am Ostermontag um 22 Uhr keinen mehr reinließ, standen draußen noch 400 Menschen Schlange. "Und als der erste Keyboard-Ton von ,Heaven is a place on earth' erklang, haben die Leute vor Freude gekreischt", erinnert sich Rausch. Zu den Fans von früher kamen neue hinzu, von manchen auch schon die Kinder. "Bei unseren Konzerten sind 16- und 17-Jährige, aber auch 70-Jährige. Darum nennen wir uns jetzt Heaven - die Band der Generationen."

Günter Skoberla spürt damals wie heute ein besonderes Wir-Gefühl in der Band. Die Stimmung sei wie damals, nur einen großen Unterschied stellt er fest: "Früher wurde mehr getanzt. Heute gibt es zwae viele Feste, aber früher gab es mehr Tanzsäle, in Walsdorf, Maineck, Modschiedel, Unterpreppach." Seine Band lege aber noch heute Wert darauf, dass es vor der Bühne Platz zum Tanzen gibt. "Wo Mädels sind, sind auch Jungs. Und Mädels wollen tanzen. Deshalb bieten wir am Anfang Fox und dann auch Sachen, auf die man frei tanzen kann." Einen weiteren Trend stellt Günter Skoberla fest: "Mit der Disco-Welle war immer weniger Live-Musik gefragt - aber inzwischen wollen die Leute lieber wieder Live-Bands sehen."

Die Heaven-Mitglieder sind jedenfalls noch mit Freude bei der Sache. "Was uns ausmacht, ist die Kommunikation mit dem Publikum", stellt Rausch fest. Da werden auch schon mal langjährige Fans erfolgreich verkuppelt - und in der Pause mischen sich die Musiker unter die Besucher. Derzeit setzt sich Heaven neben Günter Skoberla und dem musikalischen Leiter Stefan Rausch ("wir legen besonderen Wert auf die Chöre") aus Sängerin Conny Böhmer, Gitarrist Wolfgang Rosenbusch und Bassist Markus "Mäcky" Will zusammen. Eine wichtige Rolle spiele auch Techniker Jürgen Emmert, der die Musikanlagen zusammenstellt und den Sound abmischt. Im Jahr spielen Heaven bei durchschnittlich 35 Auftritten aktuelle Charts, Rockklassiker und nicht zuletzt die Hits der 80er und 90er. "Der damalige Zeitgeist ist heute wieder modern", freut sich Günter Skoberla.

Zu den Highlights gehörten sicher Gastspiele am diesjährigen Sandkerwa-Samstag an der Schranne oder bei der Europawahlparty 2014 des ZDF. "Da durften wir einspringen, weil Rosenstolz ausgefallen war. Solche Gelegenheiten lässt man sich natürlich nicht entgehen." Denn sonst hätte es vielleicht schon 1980 den Auftritt mit Tommy Gottschalk nicht gegeben.