Hallstadt wartet dringend auf die Verbesserung des Hochwasserschutzes. Nun hat der zuständige Abteilungsleiter des Wasserwirtschaftsamtes (WWA) Kronach, Georg Seidl, einen neuen Termin für den Startschuss genannt. Im Stadtrat blieb aber eine gewisse Skepsis, ob es diesmal wirklich klappt. Denn in der Vergangenheit hatte es immer wieder Verzögerungen und Verschiebungen gegeben. Vor allem den Unmut darüber bekam Seidl in der Sitzung zu hören.

Seidl zufolge befindet man sich gegenwärtig in der Endabstimmung der Planungsphase. So gebe es noch einige kleinere Fragen beim Grunderwerb zu klären. Auch bestehe noch Abstimmungsbedarf mit der Bahn, da es im Bereich der geplanten Flutmulde für den Gründleinsbach zu Überschneidungen mit den ICE-Ausbauplänen komme. Dort sollen später die ersten Bauarbeiten erfolgen. Bereits jetzt müssten dafür einige Bäume gefällt werden, ebenso wie südlich der Mainbrücke auf Dörfleinser Seite. Die Hauptausschreibung der Bauleistungen werde im April erfolgen können, mit der Vergabe sei etwa zwei bis drei Monate danach, also noch in diesem Sommer, zu rechnen.

Die Ausschreibung soll in zwei Losen erfolgen. Eines für die Bauleistungen auf Dörfleinser und eines für die auf Hallstadter Seite des Mains. Grund dafür sei vor allem eine Tonnagebegrenzung der Mainbrücke, die das Befahren für schweres Gerät ausschließe.

Zweiter Bürgermeister Ludwig Wolf (BBL/FW) erinnerte daran, dass es nach dem Planfeststellungbeschluss im Juli 2016 geheißen habe, der Baubeginn sei Ende 2017 möglich. 2018 sei vom Mai 2019 die Rede gewesen. "Jetzt geht es immer weiter nach hinten", stellte er fest. Man werde von den Bürgern darauf angesprochen. "Es brennt uns auf den Nägeln", mahnte er den WWA-Vertreter zur Eile. Wie danach seine Fraktionskollegin Claudia Büttner, verwies Wolf darauf, dass Hallstadt vor fünf Jahren auf eigene städtebauliche Planungen im Bereich des Hochwasserschutzes verzichtet habe. "Wir haben eigene Planungen auf Drängen des Wasserwirtschaftsamtes aufgegeben", sagte Büttner. Seither liege der Ball beim WWA.

"Seit 2014 sind die Planungen in der Schwebe. Seither hat sich nichts getan", klagte Heiko Nitsche (SPD). Wenn jetzt noch Grunderwerb nötig sei, stimme es ihn wenig optimistisch, dass die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen könnten.

Hans Partheimüller (CSU) befürchtete, dass eine Verzögerung um fünf Jahre, "da sage ich jetzt mal so aus der Hüfte geschossen: Kostensteigerungen von 40 Prozent bedeuten". Und die Stadt Hallstadt müsse ihren Anteil mittragen.

Kostensteigerungen seien nicht in Sicht, versuchte Seidl zu beruhigen. So müssten die Spundwände - ein erheblicher Kostenfaktor - bei weitem nicht so lang werden, wie ursprünglich geplant. Die ganze Maßnahme könne dadurch vielleicht sogar günstiger kommen. In Hallstadt geht die Verwaltung laut Geschäftsleiter Uwe Schardt von 8,5 Millionen Euro mit einem Eigenanteil der Stadt von rund 3,5 Millionen Euro aus.

Was den ausstehenden Grunderwerb angeht, führte Seidl aus, dass es sich um Flächen für Ausgleichsmaßnahmen handle. Diese gehörten zum Teil der Stadt Hallstadt, seien aber derzeit noch verpachtet. Ansonsten hätten "eine Vielzahl von Kleinigkeiten, die sich addieren", zu den Verzögerungen beigetragen. Seidl bekräftigte sein "großes Interesse, das Projekt endlich zu beginnen." Nach dem Start sei dann mit einer Gesamtbauzeit von zwei bis zweieinhalb Jahren zu rechnen.