Die vom WWA nun ins Spiel gebrachte Variante sieht der Stadtverwaltung zufolge einen "technischen Hochwasserschutz mit relativ geringen städtebaulichen Elementen" vor. Dies steht jedoch im Gegensatz zum Hallstadter Stadtentwicklungskonzept (SEK). Dieses sieht für die Mainaue Grün- und Freiflächen vor, auf denen auch Freizeitmöglichkeiten und ein direkter Zugang zum Main geschaffen werden sollen. Diese Aufwertung des Mainufers sei bei der Bürgerbeteiligung des SEK als Ziel formuliert und bereits 2007 vom Stadtrat so beschlossen worden.

Bürgermeister Markus Zirkel (SPD) sah in den Plänen des WWA einen Rückschritt gegenüber dem in den Jahren 2006 und 2007 erarbeiteten Renaturierungskonzept. "Weil wir damals dem großen ökologischen Ausbau zugestimmt haben, lehnen wir die jetzigen Pläne ab", sagte er. Für die Stadt Hallstadt sei dies zu wenig. Irritiert zeigte er sich auch darüber, dass vom Wasserwirtschaftsamt nun die Renaturierung als erster Schritt gegenüber dem Hochwasserschutz vorgezogen würde, auch wenn für Hallstadt der ökolo gische Gedanke ganz vorne stehe.

Die Zeit drängt

Auch Thomas Söder (CSU) waren die Vorschläge des WWA nicht genug. Es gelte jedoch, den Hochwasserschutz nicht außer Acht zu lassen. "Da muss schnell etwas passieren." Der Bürgermeister müsse beim WWA darauf drängen. Man stehe endlich ganz weit vorne auf der Liste und dürfe nun nicht wieder auf Jahre hinaus zurückgeschoben werden. Gegen die "Minimallösung" des WWA sprach sich auch sein CSU-Fraktionskollege Hans Partheimüller aus.

"Etwas enttäuscht" vom WWA zeigte sich Udo Hofmann (SPD). "Wir wollen das, was damals (2007) besprochen wurde, und sollten uns auf keinen Fall abspeisen lassen", forderte er. Der Zweite Bürgermeister Ludwig Wolf (Bürgerblock) sprach sich ebenfalls dafür aus, den selbst beschlossenen Plan durchzusetzen. "Unsere Stadtentwicklung muss ein rundes Gesamtbild abgeben", sagte er. Den "Sachverstand des WWA nicht anzweifeln" wollte dagegen Michael Beck (CSU). Dass mit den Plänen des WWA kein Einverständnis besteht, beschloss der Stadtrat schließlich bei drei Gegenstimmen.