Es sind verwunschene Zaubergärten, grüne Inseln, Freiluftwohnzimmer, Oasen der Ruhe, Kräuter-, Nutz- und Naschgärten, Spielwiesen für Enkelkinder, Orte an denen es sich herrlich feiern lässt: Die fünf Gärten in der Gemeinde Pommersfelden, die am Sonntag, 29. Juni, dem "Tag der offenen Gartentür" der Öffentlichkeit vorgestellt werden, sind so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Begehen, Betrachten und Bestaunen sind angesagt angesichts der Vielfalt und der kreativen Ideen.

Gartenbesitzer können sich gerne die eine oder andere Anregung mit nach Hause nehmen und im eigenen Garten verwirklichen. Bereits zum 18. Mal veranstaltet der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege in Zusammenarbeit mit der Kreisfachberatung im Landratsamt Bamberg diesen Aktionstag.

Kleines Paradies am Hang

Nicht eine, sondern gleich mehrere grüne Inseln haben sich Karin und Richard Uri, die in dem kleinen Ortsteil Weiher der Gemeinde Pommersfelden zu Hause sind, in ihrem Garten geschaffen. Die schwierige Hanglage rings um das Wohnhaus haben sie liebevoll gestaltet und in ein kleines Paradies verwandelt. Nur durch Terrassen war der enorme Höhenunterschied in den Griff zu bekommen.

Die Terrasse am Haus sei auch der Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung des Gartens gewesen, sagen die Besitzer. Dabei entstanden die unterschiedlichsten Bereiche: Ein herrlicher Gartenteich mit Seerosen, ein Staudengarten und ein Wohn- und Nutzgarten für die Eigenversorgung. Obstspaliere, Beerensträucher und Gemüse sind Karin Uri ebenso wichtig wie der alte Apfelbaum, der unbedingt erhalten und in den Garten integriert werden sollte. Was jedoch den Garten besonders reizvoll macht, sind die Wasserläufe: Es plätschert und rieselt nicht nur am Rande des großen Gartenteichs, sondern auch entlang der Auffahrt und hinter dem Wohnhaus.

Refugium hinter der Scheune

Ganz anders präsentieren sich Hof und Garten von Betty und Werner Dallner in Steppach. Vor 32 Jahren hatte Tochter Tina im Hof eine Kastanie gesteckt. Daraus entwickelte sich ein prächtiger Baum, der Hofbaum des einst landwirtschaftlichen Anwesens. "Ja, er macht auch Arbeit", sagt Betty Dallner. Aber für sie gibt es nichts Schöneres als den Baum im Wechsel der Jahreszeiten zu beobachten.

Und selbst wenn sie nach einem Sturm mit dem Besen unterwegs ist, sieht sie die Arbeit positiv: "Das Zusammenkehren ist meine Gymnastik!" Ihren Erholungsraum haben die Dallners hinter der Scheune. Die Auswirkungen eines Brandes auf dem Nachbargrundstück brachten sie auf die Idee, hinter ihrer Scheune einen kleinen Wohngarten anzulegen. Ein Refugium, das zum Lieblingsplatz für die ganze Familie wurde. Mit Begeisterung wird es als Spielwiese für die Enkel, als Grillplatz oder Kulisse für einen romantischen Sommerabend genutzt. Denn neben Rosen, Stauden, Blumen und Spalierobst - Kirschen und Pfirsichen - hat der Hausherr auch eine besonders effektvolle Beleuchtung installiert.

Genießen im Naschgarten

Ob es wohl an den Genen liegt, dass auch Werner Dallners Bruder Siegfried und seine Frau Christine im Steppacher Neubaugebiet einen wunderschönen Garten ihr eigen nennen? Kennzeichnend für den weiträumig angelegten Wohngarten sind die lauschigen Sitzecken, die von der Familie intensiv genutzt werden. Da gibt es einen Frühstücksplatz, der von der Morgensonne gestreichelt wird, einen Ruheplatz am Wasser, ja selbst einen Freisitz für regnerische Tage.

"Sie ist die Kreative", sagt Siegfried Dallner über seine Frau Christine. Er führe ihre Ideen dann aus. Im Hausbaum, einem alten Ahorn, schwingt ein Hängesessel leise im Wind. Darin kann man von der Terrasse aus sogar die Enkelkinder schaukeln. Die dürfen sich auch mit Rutsche und Wasserbecken auf dem Rasen vergnügen. Oder sich in einem aus einer Blutbuche gestalteten Iglu verstecken.

Die Tomaten stehen - ohne dass sie von Regen und Braunfäule bedroht werden - in Kübeln unter dem Vorsprung des Balkons. Ein "Naschgarten" mit Erdbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren schließt sich an. Zwischen Stauden schlängeln sich Gurken am Drahtgerüst empor. Ihre Kräuter hat Christine Dallner wegen der Schnecken in Töpfen auf einer eisernen Etagere untergebracht. Seither sei Ruhe, sagt die Hausherrin.

Berauschende Düfte

Und wieder ein Gegensatz, einer, der der Seele besonders wohl tut: Wildwuchs ist auf dem Aushängeschild von Heidi Rippel in Pommersfelden zu lesen. Die Kräuterpädagogin hat aus dem ehemals landwirtschaftlichen Anwesen einen Garten für ihre Seminare und Kochevents gemacht. Im idyllischen Vorgarten scheinen in den Ästen des Kirschbaums Elfen zu wohnen. Ein geheimnisvoller Ort, trotz der nahen Hauptstraße. Ein Leuchter aus Eisen hängt wie zufällig in den Zweigen. Auf der anderen Seite der gepflasterten Hofeinfahrt gibt eine Buchshecke einem Bauerngarten Struktur. Lavendel und Thymian, Erdbeeren und Zwiebeln, Rosen, Stockrosen und Phlox wachsen dort.

Rosen und Kräuter verarbeitet Heidi Rippel zu Marmeladen, Sirup, Ölen, Likören und anderem mehr. Im hinteren Teil des Hofs, dort wo sich das Wildwuchs-Lädchen befindet, hat sich ein alter Holunder zu einem stattlichen Baum entwickelt. Im Frühsommer, wenn die Kräuterexpertin zu "Schneeweißchen und Rosenrot", einem Abend mit Gedichten, Rezepten und Leckereien aus ihrem Garten einlädt, können sich die Teilnehmer vom Duft von Holunder und Rosenblüten verzaubern und berauschen lassen.

Geschwungene Vielfalt

Was sie an ihrem Garten schätzen, wissen Kerstin und Thomas Fuhrmann ganz genau: "Es blüht das ganze Jahr über etwas!" Im Frühjahr, Sommer und Herbst sowieso. Aber auch im Winter. Der Winterschneeball zum Beispiel oder die Zaubernuss. Die Stauden lässt der Gartenfreund auch im Winter stehen. Von Raureif überzuckert, sehen die Stauden und Sträucher filigran wie von Künstlerhand geschaffen aus. Ganz unproblematisch zeigte sich die Gestaltung der steilen Hanglage am Berg in Steppach anfangs allerdings nicht.

Gemeistert haben sie die Aufgabe mit der Anlage unterschiedlicher Ebenen, die durch Natursteinmauern befestigt wurden. Kerstin Fuhrmann macht darauf aufmerksam, dass es in ihrem Garten keine geraden Linien gibt. "Alles ist rund und geschwungen und wächst jetzt einfach so vor sich hin", sagen die Fuhrmanns. Was natürlich nicht heißt, dass dem nicht auch von Zeit zu Zeit mit der Gartenschere Einhalt geboten werden muss.




Steppach
Betty und Werner Dallner, Steppach Nr. 57
Christine und Siegfried Dallner, Am Berglein 28

Pommersfelden
Kerstin und Thomas Fuhrmann, Ringstraße 1
Heidi Rippel, Hauptstraße 29

Weiher
Karin und Richard Uri, Weiher 18a

Öffnungszeiten Die Gärten sind von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Der Eintritt ist frei.