Johann Kalb (CSU) war der erste der Kreisräte, der seine Rede nicht vom Platz aus gehalten hat. "Der Bedeutung der Angelegenheit ist es angemessen, ans Rednerpult zu treten. Die Gründung der Regionalwerke ist wichtig, um das Energiezepter in der Region in die eigene Hand zu nehmen", betonte er in der gestrigen Sitzung des Kreistages.

Einige seiner Gremiumskollegen taten es ihm nach, andere waren der Meinung, dass man auch gut vom Tisch aus etwas zum neuen "Baby" der Allianz aus Landkreis Bamberg, dem überwiegenden Teil der Landkreisgemeinden sowie Stadt und Stadtwerke Bamberg sagen könne.


Regionalwerke als "Baby"

Als "Baby" bezeichnete Wilhelm Habermann (FDP) die Regionalwerke Bamberg GmbH. "Bis das Kind unterwegs war, hat es 14 Monate gedauert. Und es gab auch Nachwehen - fünf der 36 Landkreisgemeinden sind nicht mit im Boot", sagte er.
Nun müsse das Bündnis dafür sorgen, dass das Baby hoch gepäppelt werde und genug Taschengeld bekomme. Wenn es im Flegelalter ankomme, müsse man auch mal erzieherisch eingreifen.

Dass die Mitglieder des Kreistages die Regionalwerke schließlich als gemeinsames Projekt betrachteten, zeigte gestern der einstimmige Beschluss zu deren Gründung am heutigen Dienstag. Allerdings sei man sich nicht immer so einig gewesen, wie es nun scheine, erwähnte Bruno Kellner (ÜWG). "Viele Gemeinde-Parlamente waren hin- und her gerissen."

Tatsächlich entschieden sich auch fünf dagegen: Lauter, Lisberg, Memmelsdorf, Stegaurach und Wattendorf sind den Regionalwerken nicht beigetreten.


Drei Gesellschaftergruppen

Die GmbH besteht aus drei Gesellschaftergruppen: Dem Landkreis, der Stadt/Stadtwerke Bamberg und 31 Landkreisgemeinden. Wie Georg Ensner, vorübergehender Geschäftsführer der GmbH erklärt, hat man sich auf ein Stammkapital von 51.300 Euro geeinigt. Dieses entfällt zu jeweils einem Drittel auf die drei Gesellschaftergruppen.

Um den laufenden Betrieb finanziell auszustatten, verständigten sich die Gesellschafter auf einen Euro pro Einwohner - den so genannten Klima-Euro. In der Summe käme man auf 420.000 Euro, doch da sich nur 31 statt 36 Gemeinden beteiligen, fehlen rund 18 000 Euro, die zunächst der Landkreis übernimmt. Darüber hinaus beschloss der Kreistag, dass Stadt/Stadtwerke und Landkreis für die Dauer von fünf Jahren zusätzlich 15.000 pro Jahr zuschießen.


Die Regionalwerke Bamberg GmbH

Einordnung Stadt und Landkreis wollen die Energiewende im Schulterschluss bewältigen und gründen in einer ersten Stufe die Klimaallianz Stadt und Landkreis Bamberg. Die zweite Stufe der Vernetzung erfolgt durch die Einrichtung der Klima- und Energieagentur Bamberg. In der dritten Stufe werden die Regionalwerke Bamberg GmbH gegründet, um die Wertschöpfung im Raum Bamberg zu halten.

Ziele Gefördert werden sollen: erneuerbare Energien, regionale Vernetzung, regionale Wirtschaft, Akzeptanz der Energiewende; zudem soll die Region bis 2035 energieautark sein.

Aufbau die Regionalwerke setzen sich aus drei Gesellschaftern zusammen: Landkreis Bamberg, Landkreisgemeinden (31 von 36), sowie Stadt und Stadtwerke Bamberg.