Auch der strömende Regen konnte die Stimmung nicht trüben, als die Mitglieder des Kreistags-Bauausschusses am Ende ihrer turnusgemäßen Rundfahrt in Buttenheim aus dem Bus stiegen. Denn mit dem neuen Kreisverkehr zwischen dem Ort und den beiden Kellerwirtschaften - die Kreisstraße BA 9 von Buttenheim nach Tiefenstürmig (Landkreis Forchheim) kreuzt hier die Staatsstraße 2960 von der Autobahn in Richtung Ebermannstadt - soll einer der letzten Unfallschwerpunkte im Bamberger Land endlich entschärft werden. Die Arbeiten sind im Zeitplan, bis Weihnachten will man fertig sein.

Die Konturen des "Kreisels" waren schon gut zu erkennen. Und das, obwohl die Bauleute laut Bauingenieur Max Brust vom Planungsbüro Weyrauther immerhin sieben Wochen auf die Granit-Pflastersteine warten hatten müssen. Aber "eine solche Qualität zu diesem Preis gibt es halt nur in China", erläuterte Brust. Und bis zum Eintreffen sei man mit dem Verlegen von Leitungen und Leerrohren seit Mitte September gut beschäftigt gewesen.

Die Steine aus dem Reich der Mitte werden ein Rondell mit einem Außendurchmesser von 40 Meter begrenzen. Die 6,50 Meter breite Straße läuft um eine Innenfläche mit einem Durchmesser von 27 Meter herum, der sich bis zu einem Meter über dem Geländeniveau erheben soll. Auch mit der Verbreiterung der Straße von Unterstürmig her von 5,50 auf 6,50 Meter soll das Terrain übersichtlicher werden.

Dass dies notwendig ist, belegte Thomas Dotterweich vom Tiefbauamt des Landkreises mit einigen Zahlen. In einem Zeitraum von drei Jahren habe es hier vor allem durch Unfälle beim Linksabbiegen 13 Verletzte gegeben, vier davon schwer. Darauf hin sei bereits 2010 der Beschluss zum Umbau der Kreuzung zu einem Kreisverkehr gefasst worden, konnte aber 2011 nicht mehr realisiert werden. Die Kosten bewegen sich bei 800 000 Euro, die Förderung nach Finanzausgleichsgesetz beläuft sich auf etwa 70 Prozent. Im kommenden Jahr soll die Straße nach Unterstürmig mit einem Geh- und Radweg ebenfalls ausgebaut werden.

3,8 Millionen für Stackendorf

Allerdings war der Kreisel bei den Buttenheimer Kellern bei weitem nicht das teuerste Projekt, das den Kreisräten an diesem Tag vorgestellt wurde. Denn nur ein paar Kilometer weiter läuft bereits seit Juli eine Baustelle, die der Landkreis Bamberg lange vor sich hergeschoben hat: Die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt Stackendorf (ebenfalls Gemeinde Buttenheim) ist laut Dotterweich "die größte und teuerste Baumaßnahme des Landkreises Bamberg in den letzten Jahren".

Für insgesamt 3,8 Millionen Euro ist die Schaffung von drei Brücken über den Deichselbach, die Neugestaltung der Ufermauern sowie die Anlage von Gehwegen und die Erneuerung der Fahrbahn vorgesehen. In diesem Jahr werden für zwei Millionen Euro durch eine Weismainer Firma die Brücken und Ufermauern neu gemacht. Die Gemeinde Buttenheim lud die Kreisräte zu einer Brotzeit im Löwenbräu-Keller ein.

Nicht unproblematisch verlaufen nach Auskunft von Bauingenieur Bittel vom Planungsbüro Wolf die Erdarbeiten. Zunächst musste der Deichselbach, der zwischen der zweigeteilten Fahrbahn auf einer Länge von 700 Metern durch den Ort fließt, über den Mühlbach umgeleitet werden. Weil im Bachbett die Gründungsarbeiten bis acht Meter tief reichen, befürchteten einige Anwohner Schäden an ihren Häusern. Deshalb werde von externen Büros eine Beweissicherung vorgenommen (Mehrkosten 50.000 Euro). Inzwischen ist die erste Brücke fertig, die zweite in Arbeit. Bis Jahresende sollen alle drei den Deichselbach überspannen. Die Fahrbahnen sind samt Rinnen mit Breiten von 3,75 Meter geplant.

Kuchen als Dankeschön

Ebenfalls bis Jahresende fertig sein soll der Ausbau der Kreisstraße BA 54 in Pödeldorf Richtung Schammelsdorf. Hier werden für 446.000 Euro von der Abzweigung an der Straße nach Memmelsdorf 650 Meter Straße samt Brücke neu gebaut.

Im Zuge der Ortskernsanierung Memmelsdorf baut die Gemeinde zusammen mit dem Landkreis den östlichen Teil der Hauptstraße neu aus. Der Landkreis beteiligt sich mit 120 000 Euro an den Gesamtkosten von etwa 800 000 Euro. Laut Bürgermeister Johann Bäuerlein wird die Straßenbreite auf 6,70 Meter verringert. Dafür entstehen mehr als 30 Parkplätze und es werden 16 Bäume gepflanzt.

Sehr zufrieden waren die Kreisräte mit dem Ausbau der BA 31 zwischen der Bundesstraße 22 und Königsfeld. Eine Million Euro hat der Landkreis Bamberg in das mit 3,6 Kilometer längste Ausbaustück des Jahres 2012 investiert. "Sonst hätten wir uns die Dorferneuerung in Hohenhäusling nicht leisten können", betonte der Stadelhofener Bürgermeister Ludwig Göhl. Der Bürgerverein Hohenhäusling lud die Fahrtteilnehmer dafür zu Kaffee und selbst gebackenem Kuchen ein.