Bewertung

Auch in diesem Fall bleibt der Gesamteindruck eines insgesamt gelungenen traditionell-festlichen Gottesdienstes. Das Ambiente in der schönen Kirche ist gut, die Gemeinde ist voll dabei, der Pfarrer begegnet ihr und seinen Ministranten herzlich und wertschätzend. Deren Einführung und Verabschiedung wird großer Raum gegeben. Das ist gut und richtig. Aber wenn noch ein paar Sätze mehr Predigt im Anschluss an das schöne Lukas-Evangelium drin gewesen wären, hätte das gut zum ansonsten runden Gottesdienst im Kirchenrund gepasst.

1. Einstieg

Pfarrer Christian Kaiser heißt seine Gemeinde freundlich willkommen und erklärt zur Einführung, dass der Gottesdienst am letzten Juliwochenende der Jugend gewidmet sei. Insbesondere gelte er aber der Einführung zweier neuer und der Verabschiedung zweier scheidender Ministrantinnen . Freundlicher Einstieg, geprägt von Wertschätzung für Ministranten

2. Musik

Der Organist spielt schnörkellos, die Liederauswahl setzt auf Titel aus dem Gotteslob. Die Gemeinde singt gut mit, gerade bei den bekannten Liedern. Die Orgel erklingt in einer Lautstärke, die sowohl die Kirche erfüllt, aber auch die Stimmen der Gemeinde noch vernehmen lässt. Auch hier bleibt ein harmonischer Gesamteindruck.

Bewertung Die musikalische Begleitung ist angemessen, die Gemeinde macht gut mit.

3. Lesung

Ein Laie trägt flüssig die Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Kolosser vor. Sein Blick gilt vor allem dem Text, ab und zu aber auch der Gemeinde. Keine Versprecher, akustisch gut zu verstehen.

Eine Lesung, wie man sie aus vielen Kirchen kennt.

4. Predigt

Der Pfarrer weist auf den Ferienbeginn, "die schönste Zeit des Jahres hin", macht aber auch gleich deutlich, dass heute die Ministranten im Fokus stehen. Zwei von sieben Kommunionkindern aus der Pfarrei hätten sich entschlossen, den Ministrantendienst zu übernehmen. Die beiden neuen Ministrantinnen kommen dann auch gleich nach vorn, um vor der Gemeinde ein entsprechendes Versprechen abzulegen. Pfarrer Kaiser bringt seine Freude zum Ausdruck und die kurze Predigt nimmt ein fließendes Ende. Ein paar Predigt-Worte mehr hätten nicht geschadet.

5. Kommunion

Die Gläubigen kommen bankweise nach vorne, begleitet von Orgelmusik. Pfarrer und ein Kommunionhelfer teilen die Hostien aus. Nahezu alle Kirchenbesucher nehmen die Kommunion in Empfang. Bedingt durch das Kirchenrund um den Altar entsteht dabei ein schönes Gemeinschaftsgefühl, vor, während und nach der Kommunion. Nach wenigen Minuten sind alle wieder auf ihren Plätzen.

Die ganze Gemeinde feiert Eucharistie.

6. Segen

Nach einer knappen Stunde verabschiedet sich der Pfarrer mit einem klassischen Wettersegen, der nach heiß-trockenen Tagen bei vielen den richtigen Nerv getroffen haben dürfte. Zuvor verabschiedet er mit seiner Gemeinde feierlich die beiden Ministrantinnen nach sieben Jahren Dienst und wendet sich dann wieder an die beginnenden: "Wir freuen uns, dass wir wieder zwei neue Ministrantinnen haben." Dann wünscht er einen schönen Sonntag und angenehme Ferien.

Klassischer Segen und Dank an Ministranten

7. Ambiente

Halbkreisförmig reihen sich die Bänke um die Altarinsel. Die Kirche ist nicht allzu groß, entsprechend sind auch die Reihen gut gefüllt. Jeder ist an allem nah dran, am Altar und auch an der Orgel, die samt Organist gut zu erkennen ist. Die Mischung aus natürlichem und künstlichem Licht, das klare Orgelspiel, das auch Mitsingen erlaubt, und die allgemeine Nähe sorgen für eine schöne Gottesdienstatmosphäre. Die Kirche macht einen hellen und gepflegten Eindruck. Gut gelaunt stehen die Gläubigen vor und auch noch nach dem Gottesdienst draußen beieinander, freundlich wird auch der Fremde begrüßt. Stimmige Atmosphäre für gemeinsamen Gottesdienst

8. Kirchenbänke

Man sitzt und kniet sehr angenehm, die Sitzauflagen sind weich, die Kniebänke gut gepolstert, der Fußraum absolut ausreichend und der Rücken kann sich gerade anlehnen.

So weiche Kniepolster findet man selten

9. Beleuchtung

Vielleicht hätte allein schon die Sonne gereicht, um durch die hohen Fenster für eine helle Kirche zu sorgen. Hinzu kommen aber tiefhängende, schmale Leuchtelemente, die ein recht angenehmes Licht spenden. Auf den ersten Blick kommen sie einem vielleicht etwas viel vor, weil sie einen großen Teil des Sichtfelds in Blickrichtung Altar einnehmen. Aber wenn man sich erst daran gewöhnt hat und die vielen kleinen Lichter über den Köpfen der Gläubigen betrachtet, hat das auch einen Hauch von Sternenhimmel.

Schön hell, aber nicht grell

10 Jugend

Der Jugend soll dieser Gottesdienst gewidmet sein und tatsächlich finden sich in den Reihen einige Kinder, Jugendliche und junge Familien. Auch über die Zahl von sechs Ministrantinnen und drei Ministranten kann sich Pfarrer Kaiser freuen. Zwei sind neu dabei und werden herzlich begrüßt, zwei aus Burggrub werden später verabschiedet. Das nimmt einen großen Teil des Gottesdienstes ein und ist auch eine sehr schöne Geste. Vielleicht wäre aber noch etwas mehr für die übrigen jungen Gläubigen drin gewesen.

Bewertung

Zahlreiche Jugendliche, Minis im Mittelpunkt

Warum ein Gottesdiensttest?

Die Ergebnisse unserer Gottesdiensttests, das wissen wir, sind rein subjektiv. Warum dann dieser Test? Weil wir glauben, dass es eine Diskussionsbasis braucht, um Kirche und Bürger wieder näher zusammenzubringen. Und weil wir denken, dass Kirche und Glaube nicht weiter auseinanderdriften sollten. Wir freuen uns deshalb auf den Dialog mit Kirchenvertretern, Gläubigen und allen Menschen, die uns ihre Meinung zu diesem wichtigen Thema mitteilen wollen. Schreiben Sie uns: redaktion@infranken.de

Zum Abschluss der Testserie werden unsere beiden Experten Martin Stuflesser und Martin Nicol am 1. November Bilanz ziehen.

Alle Tests werden auf unserem Internetportal unter www.infranken.de/gottesdiensttest gesammelt.