Der traditionsreiche Bamberger Kunstverein und der dagegen noch recht junge Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler in Oberfranken (BBK) hatten zuletzt in ihren Geschäftsstellen in der Villa Dessauer einige Probleme. Dem einen Verein tropfte es vom Dach herunter auf den Kopf und dem anderen Verband stand die Feuchtigkeit im Keller der Villa in der Hainstraße nicht nur auf der Wand, sondern auch auf den Deckeln der Aktenordner. Jetzt haben Kulturbürgermeister Christian Lange (CSU), das Kulturamt und die Hausherrin Stadtbau zusammen mit diesen beiden Bamberger Kulturträgern in einer konzertierten Aktion ein Problemlösung herbeigeführt.

Über dem Parkhaus

Die neue Geschäftsstelle von Kunstverein und BBK wurde in der Schützenstraße 4 offiziell an die Verantwortlichen übergeben. In der neuen Geschäftsstelle sind Kunstverein und BBK jetzt also sozusagen über dem Parkhaus Schützenstraße geparkt und bleiben in Rufweite zur Villa Dessauer erreichbar.

Die grafische Sammlung des Kunstvereins, so die Vorsitzende Barbara Kahle bei der bestens besuchten kleinen Eröffnungsfeier für die neue Geschäftsstelle, verbleibe auch weiterhin in der Villa Dessauer. Die Verwaltungsarbeit finde nun aber einigermaßen öffentlichkeitswirksam in den neuen Räumlichkeiten in der Schützenstraße 4 statt. Gleiches gilt für den BBK, der, wie sein Vorsitzender Gerhard Schlötzer betonte, gerne ein Häuslein weiter gerückt sei, weil man sich mit dem Auftauchen aus dem Souterrain durchaus mehr Öffentlichkeitswirksamkeit für den Verband verspreche und mehr öffentliche Wahrnehmung erhoffe.

Bleibt nur zu hoffen, dass die Stadt, und allen voran Kulturbürgermeister Lange, der mit herzlichem Dank, mit Glückwünschen, Brot und Salz sowie Vertretern des Kulturamtes seine Aufwartung machte, in ihrem Elan für die Kunst nicht erlahmt. Denn für lau wird der neue Geschäftsstellenraum den beiden Kulturträgern nicht überlassen - obwohl Kunstverein und BBK ihre notorisch klammen Kassen nicht auch gleich noch in der Villa Dessauer zurücklassen durften. Möglicherweise müssen dann bald schon Beiträge erhöht werden. Und da ist dann für die Mitglieder vielleicht schneller als es lieb sein kann, die Schmerzgrenze erreicht.

Kostenfrage

Nichtsdestotrotz, die Kostenfrage bekommt man hoffentlich in den Griff, so der Tenor bei der kleinen Einweihungsfeier. Den großen Schauraum hat man sich selbst schon mustergültig klar und ansprechend hergerichtet und die ersten Arbeiten aus der Sammlung des Kunstvereins wurden ebenfalls schon präsentiert. Ein Anfang ist gemacht, an der Einrichtung fixer Öffnungszeiten ist man dran und für Zahlungsverpflichtungen, die an die Substanz gehen, sind dem Kunstverein wie dem BBK nur großzügige Sponsoren zu wünschen und zu gönnen.