Katholische Kirche und Frauen: Das birgt Zündstoff, reichlich Minenfelder und Frustrationen. Doch das birgt eben auch Potenzial und Gestaltungsraum. Birgit Dietz und Dorothea Köhler können ein vielstrophiges Lied davon singen. Der Refrain lautet: "Wir haben den Erzbischof genervt und irritiert", bilanzieren die beiden ihre Arbeit in der Frauenkommission im Erzbistum Bamberg.

Schon seit acht Jahren existiert dieses Gremium. Birgit Dietz, Sprecherin der Kommission, hat zwei jeweils vierjährige Amtsperioden hinter sich und muss nach den Statuten ausscheiden. Dorothea Köhler, Franziskusschwester aus Vierzehnheiligen, ist erst ein Mal berufen worden und will für eine neue Amtszeit dabei bleiben: "Weil die Zusammenarbeit mit Frauen fruchtbar ist und mir persönlich viel bringt", wie die 49-jährige Sozialpädagogin und Leiterin des Konradhofes in Vierzehnheiligen sagt.

Die beiden Frauen rufen nun Geschlechtsgenossinnen dazu auf, sich für die neu zu konstituierende Frauenkommission zu bewerben. Acht katholische Frauen aus unterschiedlichen Lebensphasen und Berufsfeldern werden gesucht. Sie sollen kirchlich engagiert und an Frauenthemen interessiert sein. Wünschenswert wäre zudem, wenn die Mitglieder der Frauenkommission verschiedene Regionen des Erzbistums repräsentieren.
Handzahm müssen die Frauen keineswegs sein. Wenngleich die Kommission so brennende Fragen wie Frauenordination oder Diakonat der Frau zwar ansprechen, aber nicht klären kann.

Dieser Tiger hat Zähne

Dass die Frauenkommission alles andere als ein zahnloser Tiger ist, macht Birgit Dietz klar. Die 52-jährige Bamberger Architektin, Ehefrau, vierfache Mutter und zweifache Großmutter spricht von "Wirkung".
Und davon, dass "wir den Erzbischof aus der Ecke geholt und zum Hören gebracht haben". Hören darauf, was Frauen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie vom kirchlichen Arbeitgeber erwarten.

Was Frauen zur Prävention von Missbrauch fordern. Was zum glaubwürdigen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen. Was zum Einsatz von Leiterinnen der Wortgottesdienste. "Wir erinnern den Erzbischof immer wieder daran, was er selbst zum Thema Frauen in der Öffentlichkeit gesagt hat", betont Schwester Dorothea.
"Und wir schauen genau hin, dass die Umsetzung in der Praxis geschieht." Das sei beispielsweise in Einzelfällen bei vertraglichen Regelungen für Angestellte der Erzdiözese gelungen.

Das in der Kommission angesprochene Themenspektrum ist breit. Stets kommt die frauenspezifische Sichtweise zum Tragen, wissend, dass die Frauenkommission ein Beratungsorgan ist und die Letztentscheidung bei Erzbischof Ludwig Schick liegt.

Männliche Bewusstseinsbildung ist jedoch angesagt, wenn die einen anderen Blick auf Problemfelder ermöglicht.
Die Frauenkommission begleitet auch die Umsetzung der Ordnung zur Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern im Erzbistum Bamberg und arbeitet zudem auch mit der Gleichstellungsbeauftragten Andrea Krapf zusammen.

Die Frauen, die sich für die ehrenamtliche Mitwirkung in der Kommission interessieren, werden im Bewerbungsverfahren vom Sachausschuss des Diözesanrates "Frauen und Mädchen in der Kirche" und der noch bestehenden Frauenkommission ausgewählt.
Dem Erzbischof wird eine Vorschlagsliste von zwölf Bewerberinnen zur Auswahl vorgelegt. Schick beruft acht Frauen, die restlichen vier verbleiben auf einer Nachrückerliste.

Der zeitliche Aufwand für eine Mitarbeit ist überschaubar: Pro Jahr müssen zwei Gespräche mit dem Erzbischof und deren Vorbereitung eingeplant werden. Darüber hinaus ist je nach aktuellem Anlass und je nach Absprache die Teilnahme an Sondersitzungen oder kleineren thematischen Arbeitsgruppen notwendig.

Bewerbung Interessierte Frauen schicken ihre schriftliche Bewerbung (Motivationsschreiben und Lebenslauf) bis zum 31. Juli 2013 an folgende Adresse: Erzbischöfliches Ordinariat Bamberg, Generalvikariat, Domplatz 4, 96049 Bamberg.

Auskunft Weitergehende Informationen gibt die Gleichstellungsbeauftragte der Erzdiözese Bamberg, Andrea Krapf, unter Telefon 0951 / 5021630.