Das Auftaktwochenende des Blues- und Jazzfestivals auf der Böhmerwiese fand großen Anklang. Die neue Spielfläche war heuer erstmals Bestandteil des Musikevents und lockte bei sommerlichen Temperaturen laut Veranstalter, dem Stadtmarketing Bamberg, über 2500 Besucher in das Bamberger Gärtnerviertel.

"Nachdem in den vergangenen Jahren verstärkt der Wunsch aufgekommen ist, auf dem Festival mehr reine Jazzmusik anzubieten, waren wir lange auf der Suche, um hierfür eine Bühne zu finden", erläuterte Stadtmarketing-Geschäftsführer Klaus Stieringer. Fündig geworden sei man schließlich auf der Böhmerwiese.
Zwar hätte es im Vorfeld zahlreiche Stimmen gegeben, die Zweifel am Erfolg angemeldet hätten, betonte er. Dennoch habe man sich nicht abschrecken lassen, "grünes Neuland" zu betreten. Nun freue man sich über den großen Erfolg.

"Der Jazz auf der Böhmerwiese wurde vom ersten Tag an angenommen, und damit ist unser Experiment, eine Bühne abseits der Fußgängerzone nur für Jazz anzubieten, bestens geglückt", frohlockte der Citymanager. Auch sei die Verlagerung eines Teiles des Jazzfestivals auf die Böhmerwiese ein Kompromiss zwischen den Interessen der Anwohner der Innenstadt nach mehr Ruhe und den Jazzliebhabern gewesen.

Jazzsessions kamen gut an

Großen Anklang fanden die insgesamt sechs Jazzsessions aber auch beim Publikum. So lobte Dieter Übel, der aus Gera kam und einige Tage in Bamberg mit seiner Frau verbrachte, neben dem Ambiente auch die Musik. "Ich bin selbst Hobbymusiker und begeisterter Jazzfan. Daher konnte ich gar nicht genug bekommen", sagte er. Ihm gefiel die Mischung der Musik, es hätte neben modernem und swingendem Jazz auch jede Menge Grooviges gegeben.

Kritik hingegen übte er an der viel zu kurzen Veranstaltungsdauer. "Gerade als um kurz nach 21 Uhr die Stimmung aufkam und es auf der Wiese so richtig romantisch wurde, gab es ein abruptes Ende", klagte Übel.
Auch zwei Anwohner von einem Anwesen gegenüber der Böhmerwiese bedauerten den frühen Festivalschluss um 21.30 Uhr. Sie hätten nichts dagegen einzuwenden gehabt, wenn die Musik bis Mitternacht gespielt hätte.

Eine positive Bilanz zog auch der Besitzer der Grünfläche, Ralf Böhmer. "Ich war total überrascht, wie gut der Jazz bei uns ankommt." Er hätte am Samstag eigens die Bestuhlung mit Bierbänken verdoppelt, und dennoch hätten sie kaum ausgereicht. Aber es habe eben einfach alles gepasst: sommerliches Wetter, schöne Musik und friedliche Gäste. Er könne sich daher gut vorstellen, dass es nächstes Jahr eine Fortsetzung geben wird. "Dann werde ich die Wiese und die Bäume vielleicht noch ein bisschen mehr illuminieren und so für ein noch stimmungsvolleres Ambiente sorgen", plante Böhmer schon im Voraus. Noch einer "freute" sich über einen regelrechten Ansturm: der schiefe Aussichtsturm, der eigens im Rahmen der Landesgartenschau auf der Böhmerwiese aufgestellt worden war. "Ich denke, so viel Zuspruch wie die letzten drei Tage hat der Turm während der gesamten Landesgartenschau nicht gehabt", scherzte Stieringer.

Insgesamt lockte die Böhmerwiese Bamberger und Besucher aus dem Landkreis ins Gärtnerviertel. Dies zeigte unter anderem eine kleine Umfrage am Samstagabend unter den Besuchern.
Zwar kam unter den Zuschauern rund ein Drittel nicht aus der Region, aber insgeheim dürfte die Jazzsession auf der Böhmerwiese der Geheimtipp des Jazzfestivals für Einheimische gewesen sein. Heute geht es dann in der Bamberger Fußgängerzone auf dem Maxplatz und am Gabelmoo weiter.