Vierfach oder Fünffach? 1792 oder 2240 Euro? Das war eine Frage, die sich überraschenderweise im nicht öffentlichen Teil der letzten Sitzung des Stadtrats stellte. Konkret ging es um die Entschädigung des ehrenamtlichen Dritten Bürgermeisters.

Erstmals seit vielen Jahren hat Bamberg wieder eine Nummer 3 in der Rathaushierarchie. Nach kontroverser Debatte hatte Wolfgang Metzner, vormaliger SPD-Fraktionschef, bei einer Kampfabstimmung am 7. Mai gegen Dieter Weinsheimer (FW) knapp die Nase vorne. Metzner soll als Dritter Bürgermeister zur Entlastung von Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und von Bürgermeister Christian Lange (CSU) beitragen und die Stadt bei den vielen repräsentativen Terminen vertreten.

In der gleichen Sitzung hatte Dieter Weinsheimer (FW) den Vorschlag gemacht, die Besoldung auf den vierfachen Satz der normalen Stadtratsentschädigung (448 Euro) festzulegen. Der Vorschlag wurde von Klaus Stieringer in der Debatte aufgenommen und so auch von der Sitzungsleitung protokolliert.

Täuschungsmanöver?

Umso überraschter reagierten nun Stadträte auf den Sitzungsvortrag der Verwaltung, wonach der Dritte Bürgermeister zusätzlich zum vierfachen Satz der Aufwandsentschädigung, noch einmal die einfache des normalen Stadtrats erhalten sollte. Unterm Strich wäre das darauf hinaus gelaufen, dass der neue Bürgermeister statt 1792 deutlich mehr, nämlich 2240 Euro, für seine ehrenamtliche Tätigkeit erhalten hätte.

Dass es dazu nicht kam, ist der Intervention der Freien Wähler zu verdanken, die in der Beschlussvorlage den kurzen Satz nicht überlesen hatten, dass die Entschädigung für den Bürgermeister neben der für den Stadtrat gewährt werden soll. In der Debatte, die sich anschloss, soll auch Helmut Müller (CSU) den Freien Wählern Recht gegeben haben, dass bisher nur vom vierfachen und nicht vom fünffachen Satz die Rede gewesen war.
Zwar entschied sich der Stadtrat am Ende klar für den vierfachen Satz, dennoch war die Verwunderung im Gremium groß. "Es ist schon bezeichnend, wie man versucht hat, uns über den Tisch zu ziehen", sagte Dieter Weinsheimer. Auch Ursula Sowa von den Grünen sprach von "Selbstbedienungsmentalität" und einem Täuschungsmanöver.

Keinen Erfolg hatten die Grünen mit ihrem Widerstand, gegen eine Entschädigung von 1000 Euro, die dem Zweiten Bürgermeister über sein B-4-Gehalt für den erhöhten Aufwand gewährt wird. Die Grünen hatten vorgeschlagen, diese Zulage in Anbetracht des Alters von Christian Lange nicht auf den Höchsatz von 1000 Euro festzulegen, sondern nur auf die Hälfte.