Vergessen war, dass anderswo das größte Volksfest der Welt seinen Anfang genommen hatte. Und die "Geschwister Well", die zusammengeworfenen Reste von "Biermösl-Blosn" und "Wellküren", vermissten die "Wies'n" rein gar nicht.

Und das, obwohl die Hönig-Brauereihalle zwar durch den neuen Putz schöner geworden war. Die Akustik allerdings hatte nicht mehr das gewohnte Backstein-Timbre. "Jetzt hallt sie halt a weng, die Hall'" brachte Anton Söhnlein in seiner Begrüßung die Veränderung auf den Punkt. Dafür gebe es garantiert legionellenfreies Bier. Und "wunderbar dekoriert" sei die Halle, befand Moni, "ned z'vui und ned z'weni".

Mit einem Zugeständnis an den Wahltag begann die "Familie Well" ihr Gastspiel. "Schwarz wie in der Geisterbahn" sei das Bamberger Land, befand man nach der musikalischen Ouvertüre, und sehr sinnvoll, dass die SPD da einen "Schwarz'n" aufgestellt hatte, was kaum zu bemerken sei. Weil Oskar Lafontaine und Sara "Wagenheber" in Bamberg heiraten wollten, gab es gleich ein Hochzeits-Potpourri hinterher.

Ansonsten ist das Familienleben der 15 Well-Kinder ein reicher Unterhaltungsschatz geblieben. Auch wenn die Schürhaken-Erlebnisse von Kleinkindern, die sich wie ein roter Faden durch den späten Vormittag zogen, so originell auch wieder nicht sind, forderten sie doch ebenso den Applaus wie die Milchpreis-Parodie ("Forty Cent oder der Aldi brennt"). Aufstellung eins, zwei, drei, hieß es dann, "zur großen Seehofer-Arschkriecherei". Aber weil die CSU "einfach besser drauf" sei, wollte man "die eigenen Feindbilder überdenken". Nicht über dacht werden muss der Wert der "Stubenmusi" für die Empfängnisverhütung, sie ist im Programm geblieben, samt Nonnentrompete und Brummtopf.


Noch Karten

Nach mehreren Zugaben beendete ein gemeinsames Mittagessen von Künstlern und Helfern auf der Hönigs-Terrasse den Kulturherbst-Auftakt. Anton Söhnlein machte darauf aufmerksam, dass es für alle folgenden Veranstaltungen - als nächstes steht am 5. Oktober im Reh-Saal das "GlasBlasSing Quintett" auf dem Programm - noch Karten gibt.