Jetzt ist die Zahl da: Eine Vier mit drei Nullen. Wenige Wochen nach der weihnachtlichen Spendenaktion ist klar, mit welchem Betrag die Initiative "Freund statt fremd" (FSF) rechnen kann. Für deren Mitglieder ist es eine Zeit der freudigen Neuigkeiten.

Erstens: Aus der ehrenamtlichen Initiative "Freund statt fremd" ist ganz frisch ein eingetragener Verein geworden. "Damit haben wir eine eigene Rechtsform, ein eigenes Konto und können eigene Projekte auf die Beine stellen", sagt Peter Weinmann aus dem Vorstand.

Zweitens: eigene Räume. Der Verein hat eine Erdgeschosswohnung in einem von drei Wohnblocks bezogen, die früher von Amerikanern bewohnt waren. Zwei der Unterkünfte an der Geisfelder Straße sind bereits von Asylbewerbern belegt. In einer liegt die Zwei-Zimmer-Wohnung, die FSF und der Migrationssozialdienst der Arbeiterwohlfahrt (Awo) gemeinsam nutzen werden. Ein Zimmer wird für die Deutschkurse von "Freund statt fremd" genutzt werden, das andere für die Sozialberatung der Awo. "Bisher müssen wir die Familien einzeln besuchen, das kostet viel Zeit", gibt Ergin Nursen zu bedenken.

Die neuen Räumlichkeiten könne man außerdem für Hausversammlungen oder Informationsveranstaltungen nutzen, merkt Christiane Laaser von FSF an. Für die Ausstattung des Kursraumes will der Verein so weit wie möglich auf gebrauchte Gegenstände wie Tische und Stühle zurückgreifen. Aber: "Wir brauchen auch Papier und Folien", sagt Birgit Rilke, "und Schreibwaren sind nicht günstig." Möglicherweise werde man für diese Unterrichtsmaterialien auf einen geringen Teil der Spendengelder zurückgreifen, die dem Verein demnächst überwiesen werden.

Das ist Punkt 3 auf der Liste der erfreulichen Neuigkeiten für "Freund statt fremd": 3877 Euro Euro haben FT-Leser in der Adventszeit über den Spendenverein "Franken helfen Franken" gesammelt. Dieser hat den Betrag nun auf 4000 Euro aufgerundet. Geld, das dringend gebraucht wird. "Ein großes, großes Dankeschön an alle die Menschen, die gesammelt haben", sagt Christiane Laaser vom Vorstand. Das zustimmende Gemurmel ihrer Vereinskameraden hallt in dem noch leeren Schulungsraum von den Wänden wider. Wofür will FSF die Spendengelder verwenden? "Für unser Patenschaftsprojekt", schallt es einhellig zurück. Genauer gesagt geht es um "eine hauptamtliche Stelle, die die Patenschaften zwischen Asylbewerbern und Einheimischen koordiniert", erklärt Yvonne Berberich. Derzeit sei man noch dabei, bei verschiedenen Stiftungen Geld zu sammeln. Im besten Fall soll zum 1. April eine professionelle Koordinierung der vielen Freiwilligen an den Start gehen.

Ein Ansprechpartner, der den ehrenamtlichen Paten etwa in Rechtsfragen weiterhilft. "Und für uns ist ein ,Zwischenberater' wichtig", merkt Ergin Nursen vom Awo Migrationssozialdienst an. Ein "Zwischenberater", der den Überblick hat, welcher Flüchtling mit welchem Bamberger zusammenpasst. Welche Sprachkenntnisse sind vorhanden? Gibt es Kinder im gleichen Alter? Und wie kommt ein zuckerkranker Flüchtling an Insulin? Aktuell gilt es, rund 100 Vereinsmitglieder zu koordinieren und zu informieren.

Die hauptamtliche Kraft in der Koordinierungsstelle soll für dreißig Stunden pro Woche beschäftigt werden, angelegt ist das Projekt zunächst für drei Jahre. Zumindest solange soll sie dafür sorgen, dass Einheimische und Asylbewerber zusammenfinden.

"Franken helfen Franken" und "Freund statt fremd"

Idee Die Mediengruppe Oberfranken erreicht über ihre Zeitungen Fränkischer Tag, Baye rische Rundschau, Coburger Tageblatt, Saale-Zeitung und Die Kitzinger sowie ihre Internetangebote viele Menschen. Diese Reichweite will sie mithilfe eines Spendenvereins nutzen - und Hilfsbedürftige unterstützen. Mehr Infos gibt es unter franken-helfen-franken.de.

Zweck Der Spendenverein macht sich stark für ein Franken, das sich durch eine Atmosphäre des Miteinanders und der gegenseitigen Hilfe auszeichnet. Seit seiner Gründung im Jahr 2009 hat "Franken helfen Franken" 153 000 Euro gespendet.
Verwendung Jeder für "Franken helfen Franken" gespendete Euro geht an den guten Zweck, die Verwaltungskosten übernimmt die Mediengruppe Oberfranken, in der der Fränkische Tag erscheint.

Adventsaktion In der Adventszeit haben Leser des Fränkischen Tags über "Franken helfen Franken" insgesamt 3877 Euro für den Verein "Freund statt fremd" gesammelt. Dieser Betrag wird von "Franken helfen Franken" auf 4000 Euro aufgerundet.