Heute gilt der Computer als Mathe-Genie, der jüngst verstorbene Erfinder der Maus als Wegbereiter einer schönen neuen Welt, die sich nach der Größe des Arbeitsspeichers bemisst.

An zweierlei denkt man selten beim Blick auf die modernen Rechenwundermaschinen: So ein Computer ist saudumm, er kennt nur zwei Zahlen: 0 und 1.

Und selbst 1 und 0 könnte der Blechkasten nicht zusammenzählen, hätten nicht im 15. und 16. Jahrhundert zwei kluge Köpfe aus Franken die Grundlagen für die moderne Mathematik und das heutige Weltbild gelegt: Johannes Müller alias Regiomontanus aus Königsberg in Unterfranken (er lebte von 1436 bis 1476) und Adam Ries aus Bad Staffelstein in Oberfranken (1492 bis 1559).

"Nach Adam Riese ..."
"Nach Adam Riese ..." ist zu einem geflügelten Wort für alle geworden, die 1 und 1 zusammenzählen können. Adam Ries gilt als der Vater des modernen Rechnens. Zu seiner Zeit war noch das komplizierte lateinische Zahlensystem in Gebrauch, das Rechnen war einer Elite vorbehalten. Mit seinem Standardwerk "Rechenung auff der linihen und federn..." machte er die Mathematik weiten Bevölkerungskreisen zugänglich, die arabischen Ziffern populär.

Johannes Müller, der als Regiomontanus bekannt wurde, legte den Fokus seiner Arbeit in seinem kurzen Leben auf die Astronomie. Aus dem Lauf der Gestirne leitete er nicht nur Horoskope für Persönlichkeiten seiner Zeit ab, sondern auch naturwissenschaftliche und mathematische Grundprinzipien.

Damit schuf Regiomontanus die Grundlage für das moderne Weltbild, für die Trigonometrie und für die Navigation der Seefahrer. Kolumbus hätte nach Adam Riese ohne Regiomontanus nie Amerika entdeckt. Dann könnten die Computer heute weder Rechnen noch Englisch sprechen...