Hans Wölfel ließ sich 1929 als Rechtsanwalt in Bamberg nieder. Seit 1932 kämpfte er gegen das nationalsozialistische Regime. So verteidigte er beispielsweise Bamberger Bürger, die wegen angeblich staatsgefährdender Vergehen vor dem Sondergericht angeklagt waren. Im Jahre 1943 übte er offene Kritik an den Nationalsozialisten und bezichtigte Hitler als einen der größten Wortverdreher aller Zeiten. Dafür wurde er inhaftiert, vor den Volksgerichtshof gestellt und wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt. Am 3. Juli 1944 wurde Wölfel in Brandenburg-Görden hingerichtet und verbrannt.

Der Förderkreis Hans Wölfel erinnerte jetzt mit einer kleinen Gedenkstunde an dessen Ehrengrab am Friedhof an den einstigen Widerstandskämpfer.

"Eine Krankenschwester rettete die Überreste des Widerstandskämpfers und schmuggelte sie nach Bamberg, um sie seiner Witwe zu übergeben", erinnerte sich Stefan Dotterweich vom CSU-Ortsverband St. Gangolf, der zusammen mit dem Förderkreis alljährlich die Gedenkfeier mit ausrichtet. Allerdings erreichte die Urne Bamberg erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Trauerfeier im Jahr 1944 fand ohne die sterblichen Überreste von Hans Wölfel statt. "Dafür aber hat der damalige Priester kein schwarzes Gewand, sondern ein rotes getragen. Dies sollte signalisieren, dass Wölfel als Märtyrer gestorben ist", schilderte Dotterweich.

Zudem, so der CSU-Ortsvorsitzende weiter, hatte Wölfels gewaltsamer Tod auch Auswirkungen auf die Bamberger CSU. Denn so konnte der Ortsverband St. Gangolf 1945 als einer der ersten Verbände in Bayern nur deshalb so rasch gegründet werden, weil die Witwe Else Wölfel bei der Gründung mit anwesend war und durch sie die Amerikaner das Misstrauen gegen die Parteigründer schnell aufgaben.

Bürgermeister Werner Hipelius (CSU) mahnte, das Erbe und Andenken an den Widerstandskämpfer aufrecht zu erhalten. "Die Stadt kann stolz und dankbar sein, dass in ihren Reihen mutige Bürger wie Hans Wölfel gab, die sich der NS-Diktatur entgegenstellten", unterstrich Hipelius. Zudem solle der sinnlose Tod Wölfels eine stete Warnung sein - aber auch in Erinnerung rufen, dass die heutige Demokratie keine Selbstverständlichkeit sei.