Ein Mädchen mit Kopftuch kommt aus der Moschee, wird ihrer Herkunft wegen von einer Gruppe Jugendlicher angepöbelt. Ein Junge, Mitglied dieser Gruppe, merkt in der Schule schließlich, dass das Mädchen sich eigentlich gar nicht so sehr von ihnen unterscheidet. Als er sie dann - im Beisein seiner Freunde - wieder trifft, weißt er nicht, wie er sich ihr gegenüber verhalten soll.

Das ist der Inhalt des knapp sieben Minuten langen Videos, das dem Jugendkomitee der DITIB (Türkisch Islamische Gemeinde) Bamberg den Jugendpreis der Stadt Bamberg einbrachte. "Was würdest Du tun?", ist am Ende des Videos zu lesen. Das Ende der kurzen Geschichte wurde bewusst offen gelassen, um die Zuschauer so zum Nachdenken anzuregen.

Das Videoprojekt haben die zehn Jugendlichen im Alter von 16 bis 25 Jahren auf Anfrage des medienpädagogischen Projektangebotes "Stopp! Gegen Rassismus - für Zivilcourage" gestartet. Vier Wochen lang haben sie an dem Film gedreht, auch das Drehbuch stammt von den Jugendlichen selbst.

Betreut wurde das Projekt hauptsächlich von Ertem Albayrak, dem Jugendsprecher der Türkisch Islamischen Gemeinde. Sein Kollege, Murat Yüksel, hofft besonders, dass der Erfolg dieses Projekts die Jugendlichen für zukünftige Projekte dieser Art motivieren wird.

Zwei Sieger statt einem

Neben dem Video des Jugendkomitees wurde noch ein weiteres Projekt mit dem Jugendpreis ausgezeichnet. Da die Sparkasse in diesem Jahr nämlich 1000 Euro statt wie bisher "nur" 500 Euro Preisgeld gespendet hatte, entschied die Jury - bestehend aus Vertretern von Stadtsparkasse, Stadtjugendring und dem Jugendpfleger der Stadt - kurzerhand, den Preis doppelt zu vergeben. Von den vier Teilnehmern gewann also nicht nur eine Gruppe, sondern es gab gleich zwei (gleichwertige) Sieger. Die beiden Preise wurden jeweils mit 500 Euro dotiert.

Beim zweiten Sieger handelt es sich um das Projektseminar "Biographiearbeit mit geistig behinderten Menschen" der Klassen Q11 und Q12 des Franz-Ludwig-Gymnasiums in Kooperation mit der Lebenshilfe Bamberg. Freundschaften, unternommene Reisen, Arbeit und Schule sind nur einige der Themen, um die es in den dabei entstandenen Biografien geht.

In der zweiten Runde

Von September 2010 bis Januar dieses Jahres traf man sich regelmäßig, um einander kennenzulernen - und natürlich, damit die Schüler anschließend "die Lebensläufe mit Leben füllen" konnten, wie es Dorothea Langer von der Lebenshilfe ausdrückte. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Mike Wolf unterstützte sie Ulrich Koch, Lehrer am FLG, bei der Leitung des Seminars. Mittlerweile befindet sich das ausgezeichnete Projekt in der zweiten Runde.