Als Konrad Gehringer eines Tages Ende September auf der Straße von Kümmersreuth nach Wattendorf unterwegs war, bemerkte er, dass das familieneigene Feldkreuz am Straßenrand beschädigt worden war: Nur die obere Hälfte des Korpus hing noch am Kreuz. Konrad Gehringer hielt an, um zu prüfen, was geschehen war.

Die Beine der Jesus-Skulptur waren abgebrochen und lagen in mehreren Teilen am Boden. Der Verursacher hatte die Trümmer säuberlich aufgeschlichtet, sagt Konrad Gehringer, doch überall im Umkreis fand er Steinsplitter verteilt. Das lasse darauf schließen, so der 65-Jährige, dass jemand mit einer großen landwirtschaftlichen Maschine das Flurdenkmal unabsichtlich beschädigte. "Das Kreuz wurde auf etwa zwei Metern Höhe von einem Eisenteil getroffen", sagt er. Der Verursacher habe sich zwar bisher nicht zu dem Unfall bekannt, "aber vielleicht meldet er sich ja doch noch".

Unfallzeitpunkt nicht sicher

Wann das Malheur passierte, darüber sind sich die Brüder Nikolaus und Konrad Gehringer gar nicht einmal sicher. Es kann vor zwei oder vier Wochen gewesen sein. "Manchmal ist man ja für seine Umgebung wie blind und fährt öfters daran vorbei, ohne hinzusehen", meint Konrad Gehringer. Das 1926 aufgestellte Feldkreuz bedeute der Familie aber sehr viel, ergänzt er. Seine Urgroßmutter, Anna Lunz, hatte es einst aus Dankbarkeit anfertigen lassen, weil ihr Mann im Ersten Weltkrieg eine Giftgasverletzung überlebte und heimkehrte.

Aufwendige Sanierung

Was es kostet, den Korpus zu restaurieren und ihn wieder am Feldkreuz anzubringen, sei schwer zu sagen. Wenn es fachmännisch gemacht werde, müsse man zwischen 5000 und 10 000 Euro rechnen, schätzen die Brüder.

Momentan lagern die Trümmer aus Dolomitkalkstein in einer Halle der Gehringers. Einen Fachmann, der die Brocken zusammenfügt, haben sie bereits ausgemacht. Dass das Feldkreuz mit der filigran gearbeiteten Christusfigur restauriert wird, ist beiden nämlich ein Herzensanliegen.