Fasching ist kalkulierbar und vor allem drinnen. Wenn's um den Faschingsball geht, ist bei Manuel Reitberger Schluss mit lustig und ernsthafte Vorbereitung Trumpf. Weil er und seine Freunde den Faschingsball im Jugendheim ernst genommen haben, haben sie konsequenterweise nach dem vierten Ball vor dem fünften seiner Art den "1. Faschingsverein Hallstadt" ins Leben gerufen. Das war am 22. April 2012. 2013 und erstmals in der Schulturnhalle, war dieser mit 400 Besuchern wieder ein voller Erfolg.Nun haben Reitberger und seine wackeren Mitstreiter in Sachen Fasching ein nächstes großes Jecken-Ziel ins Visier genommen: 2014 soll es in Hallstadt erstmals auch einen Faschingsumzug geben.

Auch da ist Reitberger kein Narr und überlässt das Datum nicht dem Zufall. Im Gegenteil. Knallhart und logisch analysiert stellt für ihn der Rosenmontag das optimale Datum dar: Am Faschingsdienstag gibt es bereits eine Vielzahl von Umzügen und die Sonntage davor sind ebenfalls von Traditionsveranstaltungen besetzt.

Ist Manuel Reitberger nun so etwas wie ein echter Jeck? Wohl eher nicht, gesteht der 26-Jährige mit verschmitztem Lächeln. Warum dann ein Verein? Um die Faschingsangebote, die in Hallstadt offenbar gut angenommen werden, auf eine dauerhaft tragfähige Basis zu stellen und das Angebotsspektrum noch abzurunden. Wozu dann eben auch ein Faschingsumzug gehört. Vor diesem Hintergrund hat Reitberger, der im Spielmannszug des TVH Schlagzeug spielt, selbst an Umzügen teilgenommen und gezielt, sozusagen zu Forschungszwecken etliche angesehen. Mit dem Resultat, dass er persönlich sogar daran Gefallen gefunden hat.


Am Anfang waren Open Airs

Wie kam er überhaupt dazu, einen Faschingsball ins Leben zu rufen? Zusammen mit Freunden engagiert sich der Telefonanlagentechniker in der katholischen Pfarrgemeinde und die veranstaltete diverse Open Airs. Das heißt nur ein Teil konnte wetterbedingt wirklich unter freiem Himmel stattfinden und so suchte man nach einer festen Veranstaltung, die von vorne herein drinnen gehalten werden konnte, macht Reitberger deutlich. "Fasching geht immer und vor allem drinnen."

Der große Unterschied ihrer Veranstaltung zu den Faschingsbällen der Vereine besteht im Schwerpunkt Musik. "Wir legen großen Wert auf gute Musik und gute Bands. Wir machen weniger Einlagen oder Vereinsprogramm," erklärt der Hallstadter. Nach den erfolgreichen Faschingsbällen im Pfarr- und Jugendheim, in denen man als Veranstaltungsteam und mit Unterstützung durch weitere Freunde und Bekannte prima harmonierte, wurde wie gesagt die Idee mit dem Verein geboren. Die anfänglichen elf Gründungsmitglieder sind nun auf immerhin 15 angewachsen. Der Jahresbeitrag liegt bei 24 Euro für Erwachsene und 18 für die Jüngeren. Zwischenzeitlich ist man auch eingetragener Verein und als gemeinnützig anerkannt.

Zu den Aktivitäten des neuen Vereins gehörte neben dem Faschingsball zuvor der erste Sturm aufs Hallstadter Rathaus. Und zwar am Freitag vor dem magischen Faschingsdatum 11.11., "die Erstürmung an einem Sonntag hätte wohl kaum Sinn gemacht." Dafür machte Bürgermeister Markus Zirkel gute Mine zum Faschingsspaß und übergab damit erstmals den Rathausschlüssel an die Narren. Die Stadt unterstütze den Faschingsverein nach Kräfeten, freut sich der Chef des närrischen Vereins.

Jetzt haben Reitberger und Mitstreiter einen eigenen Faschingszug uns Visier genommen. Das sollte dann aber schon ein richtiger mit etlichen Wagen und Fußgruppen sein und "nicht nur drei Wagen haben", unterstreicht der Vereinsvorsitzende. Dieser Zug soll die gleiche Route wie der Kirchweihzug haben, also von Dörfleins aus nach Hallstadt zum Marktplatz.

Allerdings soll hier mit dem Eintreffen nicht alles vorbei sein, sondern in einem Saal am Nachmittag weiter gefeiert werden, so dass die Faschings-Freaks abends zu ihren Rosenmontagsbällen gehen können.


Eine Besonderheit

Eine weitere Besonderheit des Hallstadter Faschingszuges, so schwebt Reitberger weiter vor, würde dann ein großes Finale des Zuges am Marktplatz bilden. Bislang haben einige Vereine ihr Mitwirken zugesagt. Bis Oktober ist noch Zeit, anmeldungstechnisch einen respektablen Zug zu formieren, "weil ab da dann intensiv die Vorbereitungen laufen müssen." Denn in Sachen Narretei will Reitberger nichts dem Zufall überlassen.