Der Dritte-Welt-Laden Bamberg eröffnete vor 40 Jahren im Vorderen Graben zum ersten Mal seine Türen. Aktuell arbeiten rund 30 Ehrenamtliche im Weltladen in der Kapuzinerstraße 10 und beliefern 60 Kommissionsgruppen mit Waren. Aus diesem Anlass hatte man zu einer kleinen Jubiläumsfeier eingeladen. Viele Mitstreiter aus den ersten Jahren waren gekommen, um mitzufeiern und die letzten 40 Jahre Revue passieren zu lassen. Für die Gäste gab es darüber hinaus ein leckeres Buffet und Getränke, selbstverständlich mit fair gehandelten Produkten.

Zum Gratulieren kamen neben treuen Kunden, Geschäfts- und Handelspartnern auch Zweiter Bürgermeister Christian Lange (CSU) und Stadtrat Wolfgang Grader (GAL). Beide betonten unisono die Wichtigkeit der Arbeit der Weltläden und damit verbunden den Einsatz für Menschen in vielen verschiedenen Länder der Welt. Sie versicherten dem Weltladen auch weiterhin ihre Unterstützung.

Hilfe für die Dritte Welt

Es waren junge Menschen, die im Gefolge der Hungermärsche in den 70er Jahren ein "Mehr an Hilfe für die Dritte Welt" einforderten und es so zur Gründung der Läden kam. Im Frühjahr 1978 wurde in Bamberg in diesem Kontext in der Katholischen Hochschulgemeinde der Arbeitskreis Dritte-Welt-Laden gegründet. Bald kamen die Katholische Junge Gemeinde (KJG), der BDKJ und das Erzbischöfliche Jugendamt dazu. Im April 1979 konnte ein Laden im Vorderen Graben 8a angemietet und im Juli 1979 der "Aktionskreis 3. Welt e.V." zur "Förderung der Entwicklungshilfe" gegründet werden. Zur ersten Vorstand gehörten Georg Ender, Edmund Hofmann, Edgar Hagel, Dagmar Schulze, Stephan Stricker, Claudia Nietsch und Birgit Staufer.

1993 erfolgte der Umzug des Ladens in die Frauenstraße und dann im September 1998 in die Kapuzinerstraße. Der Bamberger Laden gehörte streckenweise zu den umsatzstärksten in ganz Oberfranken. Umsatzrückgänge im Geschäft und eine befürchtete Schließung führten dazu, dass man 2006 dem 1983 in Regensburg gegründeten Ladenverbund "Solidarität in der Einen Welt e.V." (sidew) beitrat. Nun können das regionale Fair-Handelszentrum (Langquaid) und 15 Weltläden ihren Kunden ein vielfältiges und fair gehandeltes Warenangebot anbieten.

Veränderungen bewirkt

Stephan Stricker sprach bei der Jubiläumsfeier davon, dass er immer wieder gerne in den Weltladen nach Bamberg komme. Manchmal fühle er sich dabei fast wie ein Prophet des Alten Testaments. Man hätte damals zurecht über die Zustände geklagt und Alternativen angegangen und Veränderungen bewirkt. Trotzdem müsse man vielleicht zukünftig neue Wege gehen, um das Aufgebaute zu bewahren.

Wie vor 40 Jahren geht es immer noch darum, Kleinbauern und Handwerkern insbesondere im Süden des Kontinents für ihre Produkte faire Preise zu zahlen. Sie erhalten einen gerechten Lohn für ihre Erzeugnisse, Sicherheit durch langfristige Abgabegarantien, umfassende Beratung für einen ökologischen Anbau sowie Sozialbeiträge zur Finanzierung von Krankenversicherungen und für den Schulbesuch.

Der Bamberg Weltladen in der Kapuzinerstraße bietet ein breit gefächertes Sortiment an Lebensmitteln, Geschenk- und Dekoartikeln, Schmuck und dazu noch umfassende Informations- und Bildungsangebote.