Für die Frauenkommission des Erzbistums Bamberg werden fünf neue Mitstreiterinnen gesucht. Das ehrenamtliche Gremium berät Erzbischof Ludwig Schick aus Frauensicht in kirchlichen und gesellschaftlichen Fragen. Wir sprachen mit Astrid Franssen, Gleichstellungsbeauftragte im Ordinariat. Sie sammelt die schriftlichen Bewerbungen per E-Mail (gleichstellung@erzbistum-bamberg.de ). Für telefonische Rückfragen steht sie zur Verfügung unter 0951 / 502-1630.

Welche Frauen können sich für die freien Plätze in der Frauenkommission bewerben?
Astrid Franssen: Für die Frauenkommission können sich alle Frauen bewerben, die Lust haben Kirche mitzugestalten. Wir suchen Frauen, die kirchlich engagiert sind und denen Frauenthemen wichtig sind. Idealerweise besteht am Ende die Frauenkommission aus Frauen aus allen Altersgruppen, Lebenssituationen und Regionen und bildet damit die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten von Frauen im Bistum ab.

Die Frauenkommission ist ein den Erzbischof beratendes Gremium. Hört er denn auf den Rat der Frauen?
Herr Erzbischof Schick ist ein guter Zuhörer. Ihm ist die Meinung der Frauen wichtig, sonst hätte er die Frauenkommission ja nicht eingerichtet. Auch wenn vielleicht nicht jeder Gedanke der Frauenkommission gleich eine Umsetzung erfährt, so nimmt er diese Gedanken doch ernst und lässt sie an passender Stelle mit in seine Entscheidungen und Handlungen einfließen.

Die Frauenkommission wurde 2005 ins Leben gerufen. Wie viele und welche Frauen sind aufgrund der Intervention der Kommission in kirchliche Leitungsämter gekommen?
Die Frauenkommission ist ein Ehrenamtlichen-Gremium. Sie ist nicht für die verwaltungstechnische Umsetzung von Frauenförderung im Bistum zuständig. Aber Sie ist eine stetige Mahnerin für Frauenfragen und in dieser Rolle wichtig.

Aus Ihrer Antwort schließe ich, dass die Frauenkommission wohl eher der berühmte zahnlose Tiger und eine reine Alibieinrichtung sein muss. Oder täusche ich mich?
Es geht darum, die speziellen Themen von Frauen und ihre Sichtweise dem Bischof mitzugeben. Manchmal sind es "blinde Flecken", an die ein Bischof vielleicht gerade nicht denkt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für einen Geistlichen kein Alltags-Thema.
Oder wenn wir an den Prozess der Diözesanen Entwicklung denken: Was bedeutet die Pfarreienzusammenlegung für die vielen ehrenamtlichen Frauen vor Ort? Entstehen in den neuen Strukturen auch neue Stellen, wo Frauen Leitungsverantwortung in der Gemeinde bekommen können? Und so kommen unterschiedlichste Themen auf unsere Agenda, wo die Frauen auch für den Bischof schwierige Themen erörtern.


Warum sollten sich Frauen also in der Frauenkommission engagieren?
Es macht einfach Freude in einem offenen, kritischen und konstruktiven Gespräch, mit dem Bischof auch schwierige Themen zu erörtern. Die Mitarbeit in der Frauenkommission bringt unübliche Einblicke und Einflussmöglichkeiten in die katholische Kirche. Frauen, die darauf Lust haben, die sollten sich bewerben.

Das Interview führte Marion Krüger-Hundrup