Ein 41 Jahre alter Fahrer hatte ebenso Glück im Unglück wie seine beiden anderen Leidensgenossen, die am frühen Dienstagmorgen mit ihren Autos von der Straße abgekommen sind: "Verletzt wurde glücklicherweise niemand", sagt Markus Wirth von der Polizei Bamberg-Land.

Zwischen 5.20 Uhr und 7 Uhr waren die Autos samt ihren Fahrern in den Graben gerutscht. Laut Angaben der Polizei sind alle Fahrzeuge dort hineingeschlittert, da die Fahrbahn durch Feuchtigkeit und Kälte unberechenbar geworden war. Alle drei Fahrer verbindet, dass sie damit Opfer des ersten Glatteises wurden.

Die Unfälle haben sich nördlich von Bamberg ereignet: Der 41 Jahre alte Fahrer war bei Breitengüßbach von der Fahrbahn abgekommen, die beiden anderen Unfallverursacher auf den Kreisstraßen bei Windischletten und Oberoberndorf. Gesamtschaden: 3500 Euro.

Warnung für andere Fahrer

Die Unfälle waren so etwas wie ein Warnschuss für alle, die in den nächsten Tagen nachts oder frühmorgens unterwegs sind: "Vor allem auf einzelnen Straßenabschnitten, die der Witterung ausgesetzt sind, kann verstärkt überfrierende Nässe auftreten", sagt Wirth.

Das Tückische dabei: Da momentan nur einzelne Abschnitte entlang von Waldrändern oder auf Brücken wirklich rutschig sind, bemerken das viele zu Beginn ihrer Fahrt noch nicht: "Wenn man zum Auto läuft, ist es nicht glatt." Die korrekte Einschätzung der Straßenverhältnisse sei somit schwierig, sagt Wirth. Deshalb warnt der Polizist alle Autofahrer: "Bei Temperaturen um die null Grad gilt: Fuß vom Gas!"

Die Warnung ist umso wichtiger, da von echtem Winter bisher kaum die Rede sein kann. In der Nacht zum Dienstag mussten die Streudienste im Landkreis dann aber prompt ausrücken. Wobei sie nicht überall unterwegs waren: Der Winterdienst des Kreises fuhr, der einzelner Gemeinden nicht.

Wie der Räum- und Streudienst von Hirschaid. In der südlich von Bamberg gelegenen Gemeinde waren die Verhältnisse in der Nacht zum Dienstag noch besser als im nördlichen Teil. Wobei Bernd Feuerlein, Hirschaider Bauhofleiter, festgestellt hat, dass es langsam überall kritisch wird: "Minus zwei Grad hat die Temperaturanzeige in meinem Auto angezeigt." Da sei er gerade auf der Höhe bei Friesen und Seigendorf unterwegs gewesen - an anderen Stellen war es zu dem Zeitpunkt noch wärmer.

Laut der Vorhersage einiger Wetterdienste gehen die Temperaturen weiter nach unten. Wer sein Auto noch nicht entsprechend umgerüstet hat, sollte das spätestens jetzt tun: "Wer bei diesen Straßenverhältnissen ohne Winterreifen fährt, muss mit einem Bußgeld von 60 bis zu 120 Euro rechnen", macht Markus Wirth von der Polizei Bamberg-Land deutlich.

Feuerwehr nicht ausgerückt

Die Unfälle am Dienstagmorgen liefen glimpflich ab. Wie Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann mitteilt, musste auch die Feuerwehr im Kreis zu den Unfällen nicht ausrücken.

Dass es noch viel schlimmer kommen kann, zeigt ein Blick ins Archiv: An einem Morgen vor knapp vier Jahren waren innerhalb von zwei Stunden 23 Fahrzeuge im Landkreis wegen überfrierender Nässe verunglückt.