Kinder haben Glück. Sie haben etwas, das vielen Erwachsenen irgendwann verloren geht - den Drang zu forschen und zu lernen. Dieser Forscherdrang bringt uns dazu, Lösungen für lästige Probleme zu finden: Wer keine Lust hat, überall zu Fuß hinzugehen, erfindet eben über kurz oder lang das (Fahr-)Rad!
Unser Forscherdrang zwickt uns auch immer dann, wenn wir etwas wissen wollen: Zum Beispiel, was Mutti im Mittelalter auf den Tisch gebracht hat und wie die Teller und Becher damals ausgesehen haben.


Scherben haben viel zu erzählen

Wie man das herausfindet? Man lässt es sich von Überresten wie beispielsweise alten Scherben "erzählen". Die Scherben buddeln Archäologen bei Ausgrabungen aus. "Wir sind bei Grabungen in Bamberg und in der Oberpfalz auf Keramikscherben von Kochgeschirr und Trinkgefäßen gestoßen", erklärt Britta Ziegler, die an der Uni Bamberg als Archäologin forscht. Solche Funde helfen ihr und ihren Kollegen, sich historische Ereignisse und den Alltag in früheren Zeiten vorstellen zu können. "Man kann zum Beispiel erkennen, wie damals die Mode für Geschirr aussah", erzählt die Forscherin. In der Kinderuni-Vorlesung "Von Rittern und Bamberger Bürgern - was archäologische Funde über die (Tisch-)Kultur des Mittelalters verraten" am 30. Mai an der Uni Bamberg (siehe Kasten) kannst du selbst Keramikscherben untersuchen. "Und anschließend zeichnen wir sie ab - genauso machen wir Archäologen das bei den Ausgrabungen auch", sagt Britta Ziegler. Sie hat übrigens noch eine Überraschung für die Kinderuni-Besucher: "Wir zeigen auch Baby-Spielzeug aus dem Mittelalter, das wir gefunden haben - für Jungs und für Mädchen!" Achtung: Es gibt nur noch Restplätze für die Vorlesung!


Zurück in die Zukunft

Mit der Zukunft befasst sich die erste Kinderuni-Vorlesung in diesem Semester: Sie heißt "Sensoren in der Zukunftsstadt - gute Daten, schlechte Daten" und findet am 9. Mai an der Uni Bamberg statt (siehe Kasten). Hast du dich schon mal gefragt, warum an vielen Ampeln kleine Kameras blinken, was sie filmen und wer sich die Bilder ansieht? Daniela Nicklas erklärt es dir in ihrer Vorlesung. Sie ist Professorin an der Uni Bamberg und erforscht mobile Softwaresysteme: "Es ist einfach so, dass Computersysteme über Sensoren die Welt wahrnehmen, wie wir das mit Augen und Ohren tun", erklärt Daniela Nicklas. "Mit diesen Sensoren kann man viele coole Dinge machen, manche Dinge können aber auch gefährlich sein." Wer darüber Bescheid weiß, ist sicherer unterwegs. Wusstest du, dass auch die Apps auf deinem Smartphone viel über dich verraten? "Wir zeigen in der Vorlesung, wie man sein Smartphone so einstellt, dass es sicher ist", verspricht Daniela Nicklas. Das kannst du dann in Ruhe zu Hause machen, du brauchst dein Handy nicht mitzubringen!


Ist Opa jetzt wirklich im Himmel?

Am 22. Mai kannst du dich dann auf die Spur des letzten aller Rätsel machen: dem Tod. Das ist ja ein Thema, über das wir gar nicht viel wissen und über das viele Leute auch gar nicht gern reden.
Aber eins steht fest: Der Tod gehört zum Leben dazu. Nur mit dem Erforschen ist das beim Tod so eine Sache. Weder mit Maschinen noch mit Mathe-Formeln können wir den Tod untersuchen. Wir können die Toten auch nicht anrufen und nachfragen, wie es so ist, tot zu sein. Über den Tod nachzudenken, lohnt sich dennoch sehr: Das kannst du in der Vorlesung "Dem letzten Rätsel auf der Spur - Nachdenken über den Tod" mit Professor Henrik Simojoki tun. Er unterrichtet normalerweise erwachsene Studierende im Fach Evangelische Theologie.


Erst anmelden, dann forschen: Alle Informationen auf einen Blick

Vorlesung 1 "Sensoren in der Zukunftsstadt - gute Daten, schlechte Daten" am Samstag, 9. Mai, 11-12 Uhr, Hörsaal M3N/02.32, Steinertstraße 1

Vorlesung 2 "Dem letzten Rätsel auf der Spur - Nachdenken über den Tod" am Freitag, 22. Mai, 15-16 Uhr, Hörsaal M3N/02.32, Steinertstraße 1

Vorlesung 3 "Von Rittern und Bamberger Bürgern - was archäologische Funde über die (Tisch-)Kultur des Mittelalters verraten", Samstag, 30. Mai, 14-15 Uhr (nur noch wenige Plätze!), Raum KR14/00.11, Am Kranen 14

Anmelden Wer studieren will, muss sich vorher einschreiben: Auf www.infranken.de/kinder-unikannst du dich für die Vorlesungen anmelden.

Eltern müssen leider draußen bleiben!

Fotos Für unsere Zeitung und unser Newsportal inFranken.de machen wir Fotos und berichten über die Vorlesungen. isa