"Alles ist auf einem guten Weg", sicherte Thomas Rainer Anfang des Jahres zu. Näheres konnte oder mochte der Sprecher der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen (BSV) seinerzeit noch nicht sagen.

Er hielt sich sehr bedeckt auf die Frage, wie man von Nymphenburg aus den Konflikt aus der Welt schaffen könnte, der sich über Jahre zwischen dem Betreiber des Rosengarten-Cafés in der Neuen Residenz zu Bamberg und dem Verein Rosengarten-Serenaden e.V. aufgeschaukelt hat.


Unterstützung aus Nymphenburg

Weil ein Miteinander nicht mehr möglich war, finden die Rosengarten-Serenaden in diesem Jahr ausnahmslos im Kaisersaal der Neuen Residenz statt, sonst die Ausweichstätte bei schlechtem Wetter. Die Schlösserverwaltung bot dem Verein diese Lösung an, um den Fortbestand der Konzertreihe nicht zu gefährden.

Inzwischen ist der von ihrem Sprecher im Frühjahr angedeutete Weg klar: Das Café und insbesondere die Küchenräume sollen generalsaniert und die Gastronomie im nächsten Sommer unter neuer Leitung wiedereröffnet werden. Schon demnächst will man die Verpachtung neu ausschreiben. Von den Interessenten erhofft man sich in der BSV "einen Wettbewerb der guten Ideen".

So formuliert Rainer die Erwartungen der Schlösserverwaltung an die Bewerbungen für das besondere Gastronomie-Objekt auf dem Domberg. Die Sanierung möchte man im Januar kommenden Jahres in Angriff nehmen und möglichst bis Juli 2014 beenden, so dass das Café noch in der nächsten Gartensaison in Betrieb gehen kann.

Die Schlösserverwaltung geht von Kosten in sechsstelliger Höhe aus. Für eine genaue Kalkulation sei es noch zu früh, heißt es.


Serenaden haben Priorität

Beim Trägerverein der Rosengarten-Serenaden hört man die Pläne der Schlösserverwaltung mit großer Freude. Denn nach Rainers Auskunft wird es künftigen Betreibern zur Bedingung gemacht, dass sie die abendlichen Sommerkonzerte des Vereins Rosengarten-Serenaden möglich machen.
Es gibt sie seit über 50 Jahren. Thomas Rainer dazu: "Wir stehen voll hinter dieser Konzertreihe. Das ist wirklich etwas, das uns sehr, sehr wichtig ist."

Vom Zuspruch und der Unterstützung aus Nymphenburg ermutigt, hat der Verein das Jahresprogramm 2014 schon erstellt: Das erste Konzerten findet am 28. Juni statt, das siebte und letzte am 6. September.

Damit zeichnet sich für den Konzertveranstalter ein Happy End ab, das der Vorstand um Gerhard Olesch vor Jahresfrist nicht für möglich hielt. Der Verein hatte sich schon auf die Suche nach einem alternativen Veranstaltungsort gemacht, weil er für sich keine Zukunft mehr im Rosengarten sah und eine Zusammenarbeit mit dem Pächter nicht mehr möglich schien.

Der Vorsitzende kaufte im Frühjahr 2012 sogar 200 Klappstühle, um die Serenaden notfalls im Hof vor dem Rosengarten durchzuführen. Nach dem Entgegenkommen der Schlösserverwaltung, die für die laufende Saison den Kaisersaal zur Verfügung stellte, blieben die Klappstühle unbenützt. Man würde sie dem künftigen Pächter zur Verfügung stellen, sagt Kassiererin Schinzel, falls er welche braucht.

Überhaupt lässt die Schatzmeisterin anklingen, wie sehr sich der Veranstalter auf eine gute Kooperation freut: "Wir sind offen für alles, was machbar ist." Ideen gibt es: Mitglieder, sagt sie, könnten beim Getränkeausschank helfen, so dass dem Wirt bei den abendlichen Konzerten keine Personalkosten entstehen. Es gebe auch Musiker, die am nächsten Tag gern noch eine Matinée geben würden.


Besucherecho ist zweigeteilt

Nach dem Besucherecho auf die Saison ausschließlich im Kaisersaal gefragt, berichtet Schinzel von zwei geteilten Reaktionen. Die einen fänden es gut, beispielsweise Leute, die schon lange nicht mehr im Kaisersaal waren. Andere würden bedauern, dass man auch bei schönem Wetter drinnen sitzen muss.

Um Musikfreunden dennoch den Genuss des abendlichen Rosengartens zu ermöglichen, öffnet der Verein auch bei den beiden letzten Konzerten die Tageskasse schon 60 Minuten vor Beginn. In der Pause besteht zudem Gelegenheit zu einem Spaziergang.

Auch wenn die Verantwortlichen sich laut Olesch wieder auf Serenaden im Rosengarten an - hoffentlich - lauen Sommerabenden freuen, erleben sie diese Saison als relativ entspannt: Man hat weder Ärger mit dem Wirt noch Stress mit dem Wetter.