Energie sparen und damit bares Geld: Das will in Zeiten steigender Strom-, Gas- und Wasserpreise wohl jeder. Deshalb liefen in unserer Redaktion die Telefone heiß, als zwei Energieberater der Verbraucherzentrale, Michael Merz (Bamberg) und Viggo Weber (Coburg), zwei Stunden lang kostenlos Rede und Antwort zu allen Fragen rund ums Energiesparen standen. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Fragen und Antworten der Telefonaktion zusammen.

I ch möchte in meinem Haus den Brennstoffverbrauch senken und überlege, eine neue Heizung anzuschaffen. Welche Heizungsart empfehlen Sie mir?
Bevor Sie eine neue Heizung anschaffen, sollte das Haus gedämmt werden. Die Gebäudehülle muss luftdicht sein. Für die Luftdichtigkeit spielt es keine Rolle, ob oder welchen Wärmedämmstoff man auf der Fassade anbringt. Durch die Dämmung erhöht man in jedem Fall die Oberflächentemperaturen auf der Wandinnenseite. Je höher die Wände temperiert sind, desto angenehmer wird es im Raum.

Trotzdem die Frage: Welche Heizungsart ist die beste?
Darauf gibt es keine einfache Antwort. Diese Entscheidung ist vergleichbar mit der Frage: Welches Auto soll ich kaufen? Der Preis spielt natürlich eine Rolle: Die Kilowattstunde Öl kostet im Schnitt neun, bei Gas sechs Cent. Aber egal, wofür Sie sich entscheiden: Es sind immer noch fossile Brennstoffe. Denken Sie mal über regenerative Brennstoffe wie Pellets oder solare Warmwasserbereitung nach, wenn Sie eine neue Heizung brauchen und den Brennstoffverbrauch senken wollen.

Wir haben eine Nachtspeicherheizung und würden gern den Anbieter wechseln. Gibt es da Alternativen?
Nein. Nachtspeicherstrom kann man nur über die örtlichen Grundversorger beziehen.

Wenn wir die Nachtspeicherheizung austauschen wollen, welche Heizungsart wäre eine gute Alternative?
Egal, was man anstelle einer Nachtspeicherheizung wählt: Alles ist besser und billiger als die teure Kilowattstunde Nachtstrom mit etwa 23 Cent.

Soll man die Heizung nachts absenken oder soll sie durchlaufen?
In einem älteren Gebäude, das schlecht gedämmt ist, sollte die Heizung abgesenkt werden. Aber nicht allzu stark: Höchstens vier bis sechs Grad. In einem gut gedämmten Gebäude kann man die Heizung nachts ausmachen.

Mein Kühlschrank ist relativ neu, scheint aber viel Energie zu verbrauchen. Er ist eingebaut, kann es daran liegen?
Ja, bei elektrischen Geräten muss man auf die Einbausituation achten und darauf, dass Zu- und Abluft problemlos möglich sind.

Wir haben einen enormen Stromverbrauch in unserem Haushalt. Wie kann es dazu kommen?
Häufig läuft der Fernseher sinnlos lange, vor allem Flachbildschirme verbrauchen viel Strom. Der Stromverbrauch steigt auch an, wenn die Temperaturen von Kühlschrank und Gefriertruhe zu niedrig eingestellt sind. Oft läuft außerdem der Computer unnötig lang. Außerdem gibt es hohe Verluste, wenn Fernseher oder Computer ständig im Standby-Modus laufen. Am besten steckt man diese Geräte an eine abschaltbare Steckdosenleiste ein.

Ich habe eine Werbung über Marmorplattenheizungen gesehen. Was ist das? Wäre das eine Alternative zur Nachtspeicherheizung?
Das sind Steinplatten, die hinten elektrische Heizschlangen eingelassen haben. Die werden zurzeit beworben, aber technisch ist es so: Die arbeiten vom Prinzip her völlig anders als die Nachtspeicheröfen, die einmal in der Nacht aufgeheizt werden und die Wärme so lang behalten, bis sie abgebeben wird. Die dünnen Steinplatten speichern die Wärme nur begrenzt und man muss tagsüber nachheizen. Da muss man vorher schauen, ob man tagsüber Heizstrom bekommt, zu welchen Konditionen und wie lang. Von diesen Steinplatten-Geräten kann man nur abraten. Die Stromversorgung funktioniert nicht gut und ist teuer.

Wie wichtig ist die Dämmung in einem Neubau und was hat sie mit dem Energieausweis zu tun?
Der Energieausweis EnEV ist ein wichtiges Planungsinstrument. Er wird von den Behörden nicht überprüft, zeigt aber auf, wieviel Wärme das Haus über Böden, Decken, Wände und Fenster verliert, die Anlagentechnik wird mit hineingerechnet, Heizung, Lüftung und Strom. Erst wenn man diese Parameter kennt, kann man sich vernünftig entscheiden, welche Art der Heizung man in einem Neubau verwenden sollte und welche Betriebskosten das Haus voraussichtlich haben wird. Vor diesem Hintergrund kann man außerdem entscheiden, ob man die Dämmschichten etwas stärker macht, um den Brennstoffverbrauch zu reduzieren.


Energieberatung

Die Verbraucherzentrale bietet spezielle Energieberatungen an. Im Verbreitungsgebiet unserer Zeitungen gibt es Beratungsstellen mit Energieberatung in Bamberg, Nürnberg, Würzburg und Schweinfurt; Bad Kissingen und Coburg sind explizite "Energiestützpunkte".

Außer der Energieberatung bietet die Verbraucherzentrale auch so genannte Checks an, die zwischen 10 und 30 Euro kosten:
* Der Basis-Check richtet sich an Mieter und soll dabei helfen, Strom und Brennstoff zu sparen.
* Der Gebäudecheck richtet sich an Gebäudeeigentümer und beinhaltet eine energetische Bewertung der Gebäudehülle.
* Der Brennwert-Check dient dazu, herauszufinden, ob die Brennwertgeräte ordnungsgemäß funktionieren.

Termine für die Energieberatung oder einen Energiecheck können kostenfrei unter der bundesweiten Hotline 0800/ 809802400 vereinbart werden. Weitere Infos gibt es auf der Homepage der Verbraucherzentrale.