Die Pläne für den "Bürgerwindpark Trabelsdorfer Hof" sind eine Nummer kleiner geworden. Nachdem der Projektentwickler Roland Lösel in der Gemeinderatssitzung am 4. Februar noch von der Errichtung von fünf Windkrafträdern gesprochen hatte, legte er der Gemeinde Viereth-Trunstadt nun eine neue Planungsvariante vor.

Diese hatte Lösel bereits in der Sitzung Anfang Februar als sogenanntes "Vernunftmodell" hinsichtlich der Anzahl und der möglichen Standortvarianten vorgetragen. Der Gemeinderat sprach sich unter Abwägung und Berücksichtigung der gemeindlichen Belange, insbesondere für die mögliche bauliche Entwicklung von Weiher, für dieses "Vernunftmodell" aus, konkret für vier statt der ursprünglich geplanten fünf Windräder.

Vorgaben berücksichtigt

In der vorgezogenen Anhörungsphase zum Windkraft-Regionalplan, insbesondere zu Ausweisung des Vorranggebietes 135 (Trunstadt-Süd), hat die Gemeinde Viereth-Trunstadt Einwände erhoben. Wie Geschäftsleiter Gerd Franke ausführt, wurde "darauf hingewiesen, dass der Standort für die Windkraftanlagen und die Abzonung der Vorrangfläche so zu gestalten ist, dass eine mögliche Beeinträchtigung der gemeindlichen baulichen Entwicklungsbereiche für den Ort Weiher zu vermeiden sind." Dieser plantechnische Widerspruch sei im Anhörungsverfahren dem Planungsverband mitgeteilt worden. Die Vorgaben seien auch seitens des Projektentwicklers in der Planung der einzelnen Varianten berücksichtigt worden.

Lösel stellte nun dem Gemeinderat nochmals die "Vernunftvariante" mit vier Windkraftanlagen vor. Durch die Umplanung können die Belange der Gemeinde Viereth-Trunstadt bezüglich der Ortschaft Weiher in Einklang gebracht werden, stellt Franke dazu fest. Das heißt eine im gültigen Flächennutzungsplan als mögliches Wohngebiet ausgewiesene Fläche am Ostrand von Weiher, könnte nun tatsächlich als solches ausgewiesen werde, ohne dass daraus ein Konfikt mit den Immissionsschutzvorgaben entstünde.

Zwischenzeitlich hat eine Besprechung mit dem regionalen Planungsverband in Bayreuth stattgefunden. Bürgermeister Edwin Mahr (BG/ÜWG) berichtete dem Gemeinderat in der jügsten ausführlich zum aktuellen Sachstand. Demnach begrüßte der Planungsverband Oberfranken-West die einvernehmliche Entscheidung zwischen der Kommune und dem Projektentwickler. Lösel stellte dem Gemeinderat und den interessierten Zuhörer in einem kurzen Sachstandsbericht den angepassten Planungsstand von vier statt fünf Windrädern im Vorranggebiet 135 Trunstadt - Süd dar.

Dialog gesucht

In der Diskussion sprach Gemeinderätin Barbara Müllich (UW) davon, wie vorteilhaft es sei, einen örtlichen Projektentwickler zu haben, der stets den Dialog und gemeinsam getragene Lösungen suche und sich den Belangen der Gemeinde annehme. Fremdprojektfirmen würden hier keinerlei Rücksicht nehmen, sagte Müllich. Die hätten bereits negative Beispiele in der der Vergangenheit gezeigt.

Der geplante Standort für die östliche Windenergieanlage wird demnach aufgegeben. Die Ortschaft Weiher behält damit ihre Entwicklungsmöglichkeiten, könnte also künftig ein zusätzliches Wohngebiet erhalten. Die Planungsunterlagen werden nun seitens des Projektentwicklers Lösel angepasst und der zuständigen Genehmigungsbehörde zur Prüfung vorgelegt. In einem weiteren Schritt will man zeitnah die betroffenen Grundstückseigentümer von Weiher in einer Gesprächsrunde über den derzeitigen Planungsstand und dem Fortgang der baulichen Entwicklung informieren.