Zu der Anlage gehört ein unter Denkmalschutz stehender historischer Garten, der 1771 als Ziergarten im Barockstil angelegt wurde. Die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Region Bamberg will auch diese Anlage wieder herrichten und beschloss die Aufnahme ins Leader-Programm der Europäischen Union, womit für das Vorhaben zusätzliche Fördermittel zur Verfügung stehen dürften.

"Voraussichtlich werden wir einen Leader-Anteil von 117 000 Euro zu dem Projekt beisteuern können", rechnet Marion Hartmann vom LAG-Management vor. Die Gesamtkosten des Vorhabens sind mit 278 000 Euro geschätzt. Gefördert werden soll das Projekt "Garten der Begegnung" ferner von der Gemeinde Rattelsdorf, dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Oberfranken-Stiftung sowie der Bayerischen Landesstiftung.

Profitieren können davon vor allem die 37 Bewohner des Behinderten-Heimes, aber auch Besucher und Bevölkerung, betont Monika Herrmann für die Awo. Denn das ehemalige Kloster "ist und bleibt heute eine Behinderteneinrichtung", die eingebunden sei in die Pflege. Der Kontakt zu Besuchern könne für beide Seiten eine Bereicherung bringen. Denkbar sei die Einbindung von örtlichen Vereinen und Künstlern oder auch Institutionen, woraus ein "kleines Programm" erwachsen könne.

2500 Quadratmeter Ziergarten

Beim LAG-Management weist Marion Hartmann auf die Geschichte des Klostergartens hin. Anno 1771 wurde er vom Michelsberger Abt Gallus Brockmann wohl zusammen mit dem viel größeren Garten im Bamberger Kloster angelegt. Der 2500 Quadratmeter große Ziergarten bildete mit Häusern und Wirtschaftsgebäuden ein stimmiges Ensemble, das man jetzt wieder zum Leben erwecken will. Original erhalten sind die Sandsteinpfosten des Zaunes und die Wegestruktur. Früher gehörte noch eine Mini-Orangerie dazu. "In dem formalen Barockgarten war Natur in Form gebracht", erklärt Marion Hartmann das Konzept von damals.

Mit der Säkularisation 1803 gelangte die Anlage in Staatsbesitz und wurde später an den Bergwerksbesitzer Josef Herrings abgegeben, der auf dem Rattelsdorfer Friedhof begraben ist. Ein weiterer Eigentümer war der Reichsrat Gottfried von Schmitt, bevor die Oberzeller Schwestern die Immobilie übernahmen und hier eine "Kinderbewahrschule" einrichteten. Aus der ebenfalls gebildeten Krankenpflegestation wurde während es Ersten Weltkrieges ein Kriegslazarett. Die Gebäude stammen zum Teil noch aus der Zeit der Renaissance, sagt Marion Hartmann.

Früheren Zustand herstellen

Heute ist der Garten nicht mehr so gepflegt wie früher: Die Bäume hoch und morsch, fremde Pflanzen haben sich eingenistet. Nach Möglichkeit soll wieder der frühere Zustand hergestellt werden. Dazu gehören die Wege und das historische Gartentor sowie eine informative Beschilderung. Beginnen könnte man damit bereits im Frühjahr 2014, so Marion Hartmann, wenn alle Förderzusagen vorliegen. Bis zum Herbst des gleichen Jahres, spätestens aber zum Frühjahr 2015 wolle man fertig sein. Dann soll der Klostergarten zwischen April und Oktober täglich von 10 bis 19 Uhr geöffnet sein. Der örtliche Gartenbauverein könnte sich um die Pflege des Parks kümmern.

Das Projekt "Barocker Klostergarten und Garten der Begegnung" des Haus an der Itz in Rattelsdorf der Arbeiterwohlfahrt "öffnet ein kulturelles Schatzkästlein", heißt es bei der LAG: Im Ortszentrum von Rattelsdorf werde auf dem Hochufer des Flüsschens Itz eine ehemalige Klosteranlage saniert, als Kulturgut der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und als Veranstaltungsort erschlossen. Somit entsteht ein Garten der Begegnung zwischen den Besuchern und den Bewohnern des Hauses an der Itz.