Jetzt wird's Grün. Grüne Dächer, grüne Front. Das Ganze in Gestalt eines Drachens. Mit einem innovativen Bau stellt Burgebrach seine Weichen Richtung Zukunft, also Kinder. Denn mit dem neuen Baugebiet "Knöckel II", dessen 120 Grundstücke alle verkauft sind und bereits bebaut werden, oder Anträge für deren Bebauung gestellt sind, wird sich die Zahl der Kinder in der 7000-Einwohner-Gemeinde weiter erhöhen.

"Qualität und Quantität" werden in einem Guss geboten, hebt dazu Erster Bürgermeister Johannes Maciejonczyk hervor. Die Gemeinde fungiert als Bauherr für das 5,5-Millionen-Projekt, das im Neubaugebiet "Knöckel II" entstehen wird.

Wie bei den beiden bestehenden Kindertagestätten St. Anna im Norden und St. Vitus im Ortszentrum wird die Katholische Kirche auch bei der nun dritten Kita Betreiber sein. "Damit es keine Konkurrenz unter einander gibt", erklärt der Bürgermeister den Ansatz.


Für Inklusion

Der Bedarf an Krippen und in der Folge auch Kindergartenplätzen ist steigend. Derzeit arbeiten die beiden Einrichtungen eher mit Übergangslösungen. 42 Kinder besuchen die Krippe in St. Vitus, 24 die in St. Anna. Bei den Kindergartenkindern sind es 100 respektive 140. In den Kitas sind derzeit eigentlich vier Gruppen zu viel. Das wird sich mit der neuen Tagesstätte entzerren. "Wir können jeden Wunsch nach einem Kita-Platz erfüllen", stellt der Bürgermeister zufrieden fest.

Die neue Einrichtung wird zudem bessere Voraussetzungen für Inklusion schaffen. Mit Blick auf die Zukunft schafft die Gemeinde insgesamt 46 neue Krippenplätze und 35 zusätzliche im Kindergartenbereich. "Fast 40 Prozent der Kinder zwischen 0 brauchen einen Krippenplatz, Tendenz steigend. " Mit der neuen Kita "Im Knöckel" sieht Maciejonczyk die Marktgemeinde gerüstet. Bis Jahresmitte seien heuer übrigens schon 40 Geburten dokumentiert, führt er die Entwicklung vor Augen.

Im Vorfeld des Kita-Vorhabens wurde eine Art kleiner Architektenwettbewerb durchgeführt, in dem das Architekturbüro Jäcklein aus Volkach die Burgebracher überzeugen konnte.
Für die Kita "Im Knöckel II" wurden insgesamt fünf Baugrundstücke zu einer Fläche von annähernd 5000 Quadratmetern zusammengelegt. Drei Grundstücke konnte der Markt Burgebrach selbst einbringen, die anderen beiden wurden erworben.

Der eingeschossige Bau wird eine Nutzfläche von rund 1500 Quadratmetern haben. Er weist eine imposante Länge von knapp 100 Metern auf. Er ist 16 Meter breit. Fünf Meter breit ist der durchgehende Gang, "der wohl auch Fahren mit dem Bobbycar zulassen dürfte."


An Gelände angepasst

Innovativ zeigt man sich nicht nur mit begrünten Dachfläche und aus grünem Holz gestalteter Fassade. Der Bau passt sich dem Gelände an und sieht mit seinen versetzten, aneinander gereihten kleinen Hausdächern aus "wie ein kleiner Drache", so Macienjonczyk. "Wir hätten uns für auch einen schnurgeraden Bau entscheiden können."
Burgebrach setzt beim Konzept auf ein behütetes Gruppensystem, was bedeutet, dass ein Kind immer einer bestimmten Gruppe zugeordnet ist. Das Vorhaben wird auch weitere Arbeitsplätze - Leitung, Erzieher, Kinderpfleger - am Ort schaffen.


Heimisches Unternehmen

Für die Rohbauarbeiten (Kosten rund eine Million Euro) konnte eine heimische Firma gewonnen werden, zeigt sich der Bürgermeister zufrieden. In Kürze wird das Projekt angegangen. Der offizielle Spatenstich erfolgt Ende des Monats. Zuvor tagt der Marktgemeinderat und will dabei dann einen Namen für die Einrichtung finden. Bezugsbereit soll die neue Kindertagesstätte im Herbst des nächsten Jahres sein.