Die DLRG Bamberg-Gaustadt hat das schon geschafft und hinter sich, was der Stadt Bamberg noch bevorsteht: zähe, schwierige und langandauernde Verhandlungen mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

"Im September 2007 haben wir ein erstes schriftliches Kaufangebot an die Bima, in deren Besitz sich das Areal des ehemaligen Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) befand, abgegeben. Wir mussten ein dreiviertel Jahr auf eine Antwort warten", erinnerte sich Gerhard Öhlein, erster Vorsitzender des DLRG- Ortsverbandes Bamberg-Gaustadt bei den Einweihungsfeierlichkeiten des neuen Domizils.

Inzwischen jedoch sei die Zeit immer knapper geworden. Denn das alte DLRG-Heim an der Erba-Spitze habe den Planungen der Landesgartenschau im Wege gestanden und sollte abgerissen werden.

Daher übernahm ab Herbst 2008 die Stadt Bamberg die Verhandlungsführung mit der Bima. Laut Öhlein folgten zahlreiche Gespräche und Besichtigungen der Stadt mit der Bundesanstalt, ehe im Anfang des Jahres 2009 eine Einigung erzielt werden konnte. "Die Stadt Bamberg erwarb das Gelände des ehemaligen Wasser- und Schifffahrtsamtes inklusive der drei Wohnhäuser am Margaretendamm und überließ uns im März 2009 die Gebäude des WSA im Tausch gegen unser Heim an der Erba-Spitze", berichtete Öhlein.

Schäden notdürftig repartiert

Von da an begann die eigentliche Arbeit für die DLRG. Denn man zog, wie der Vorsitzende schilderte, sprichwörtlich in eine Baustelle. "Die Heizung war aufgefroren, da das Gebäude jahrelang nicht benutzt wurde. Wir reparierten die Schäden notdürftig und machten uns dann an die eigentlichen Umbauarbeiten."

Drei Jahre vergingen und rund 2000 Arbeitsstunden wurden von den Ehrenamtlichen investiert, um die Gesamtkosten in Höhe von 120 000 Euro zu senken. "Jetzt sind wir soweit, dass wir Arbeitsbesprechungen abhalten, Schulungen durchführen und unser Material den Vorschriften entsprechend lagern können", freute sich Gerhard Öhlein. Allerdings seien die Reparaturen noch nicht ganz abgeschlossen. Es stünden noch die Sanierung des Daches, der Einbau von Garagentoren und das Anbringen von Hallentoren zum Schutz der Einsatzgeräte an.

Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und stellvertretender Landrat Georg Bogensperger (CSU) gratulierten zu den neuen Räumlichkeiten, die sich sehen lassen können, und brachten ihre Wertschätzung für die Aufgaben der DLRG zum Ausdruck. "Sie haben sich dem Ziel verschrieben, Leben zu retten. Dieses Engagement kann nicht hoch genug eingeschätzt werden und verdient daher unser aller Unterstützung", lobte Starke.

Glückwünsche zum neuen Heim kamen unter anderem auch vom DLRG-Landesverband Bayern, der Bamberger Feuerwehr, der Wasserwacht sowie der Wasserschutzpolizei. Der kirchlichen Segnung schloss sich ein "Tag der offenen Tür" an, bei dem das sanierte Gebäude und die Gerätschaften besichtigt werden konnten.