Nein, die Idee, war gar nicht schlecht. Sondern sogar gut. Warum sollte es nicht auch in Bamberg einen Staatsempfang geben - wenigstens alle drei Jahre, zum Abschluss des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs der Bamberger Symphoniker? Staatssekretärin Melanie Huml machte den Vorschlag, Staatsminister Wolfgang Heubisch ließ ihn aufgreifen und umsetzen: Statt der bisherigen exklusiven Veranstaltung nach dem Abschlusskonzert nur für geladene Gäste gab es am Freitagabend erstmals einen Stehempfang für alle Beteiligten und die Konzertbesucher.

Wie sich schnell zeigte, ist das beim Publikum hochwillkommen. Was sicher weniger damit zu tun hat, dass die Häppchen und Getränke bei so einem Event nichts kosten. Die sind bei der nicht nur in der Konzerthalle tätigen Gastronomie leider ohnehin nur deshalb erwähnenswert, weil sie in Hinblick auf Qualitätsansprüche durchaus Wünsche offen lassen.

Aber nach einem solchen Wettbewerb mit öffentlichen Finalrunden und dem Abschlusskonzert noch zu bleiben, sich mit Freunden, Bekannten und Unbekannten, Sitznachbarn und Mitwirkenden im zwanglosen Gespräch auszutauschen, das hat dem Mahler-Wettbewerb, wie man erleben konnte, bisher gefehlt. Schließlich spielt im Bamberger Musikleben auch das sachkundige Publikum eine Rolle.

Jeder konnte jeden ansprechen, nicht umsonst waren vor allem die drei Finalisten immer wieder umringt von Konzertfreunden, die ihre Eindrücke spiegelten und die Ermutigung, die durch die Preisverleihung schon gegeben war, noch erhöhten. Manche zückten auch ihre Programmhefte für die Autogrammwünsche.

Dass alle zwölf Kandidatinnen und Kandidaten dabei waren und keiner, weil er nicht weitergekommen war, vorher abreiste, spricht für den Wettbewerb und seine erfolgreichen Macher. Zu letzteren zählt Intendant Wolfgang Fink, der sich mit der Preisverleihung sozusagen zum letzten Mal dem Bamberger Konzertpublikum präsentierte. Es sind nicht wenige, die ihn aufrichtig vermissen werden.

Trotzdem freuen wir uns auch schon aufs nächste Mal und darauf, dass Marina Mahler, die Enkelin von Gustav Mahler, sowie die Juroren, die Teilnehmer, alle Mitwirkenden, Presse und Publikum dann hoffentlich auch in Bamberg so bewirtet werden, wie es in Bayreuth seit Jahrzehnten zum Festspielbeginn vorbildlich klappt.