Die Stadtratswahl ist vorbei, die Auseinandersetzung damit noch nicht: Gerade die Stimmzettelpanne hat Schüler der Bamberger Kaulbergschule so sehr beschäftigt, dass sie sich in einem Projekt damit auseinander gesetzt haben.

"Wir hatten das Gefühl, dass unsere Schüler recht interessiert sind. Schließlich dürfen die ältesten in zwei Jahren selbst wählen", sagte Schulleiter Norbert Eger. Man habe den Jugendlichen vermitteln wollen, wie wichtig es sei, sich vor der Wahl zu informieren.

"Sie haben direkt miterlebt, dass man sich eben nicht auf alle Informationen verlassen kann - wie im Fall der Stimmzettelpanne. Da wurden ja teilweise falsche Angaben zu Wohnorten gemacht."

Nach dem Wahlsonntag nahmen Schüler laut Eger im Unterricht die neue politische Landschaft Bambergs unter die Lupe. In einer Wahlnachlese wurde auch unter anderem über die fehlerhaften Angaben zu den Stadtteilen der Bewerber debattiert, die sich in den Stimmzetteln fanden.

Hinweis auf politische Heimat

In der folgenden Diskussion wurde die Idee geboren, durch eine Umbenennung von Straßen oder die Umsiedlung der Wahlbewerber in entsprechende Wohngebiete gleich einen Hinweis auf deren politische Heimat zu geben. So gibt es für diese Zwecke ja bereits Roten Knock, Rothofleite, Rotensteinstraße, Rotdornweg, Grünen Markt, Grünhundsbrunnen, Grünthalstraße, Gackensteinweg, BuBhofer Straße, Schwarze Brücke, Schwarzenbergstraße und sogar die Hellerstraße.

Die Schulleitung der Kaulbergschule trug an die Stadtverwaltung nun den Vorschlag der Schüler heran, die im Schulsprengel liegende "Rodelbahn" in Bug, in der gleich zwei Stadtratskandidaten der CSU wohnen, in "Schwarze Abfahrt" umzubenennen.

Damit könne einerseits dem Zeitgeist und andererseits auch dem Wahlergebnis Rechnung getragen werden, wie die Schulleiter der Kaulbergschule argumentierten. Dies wurde positiv aufgenommen und die Umbenennung in kürzester Zeit genehmigt.