Deutschland steht im Viertelfinale der Fußballweltmeisterschaft - darüber ist vor allem Mischa Salzmann, Geschäftsführer von Radio Bamberg froh. Er ist Fußballfan, das sicher auch, aber in seinem Fall geht es noch um viel mehr. Einiges Geld ist im Spiel - wie viel, will Salzmann nicht genau verraten, aber man kann es erahnen: "Wir sprechen von einem hohen fünfstelligen Bereich."

So viel kostet die Miete für die gigantische Leinwand, die da seit Beginn der WM über dem Maxplatz trohnt: 35 Quadratmeter groß, insgesamt 50 LED-Module verbaut, ergeben ein durchaus beeindruckendes 16:9-Format auf über acht mal vier Metern, was es so in Bamberg noch nicht gab: "Vor zwei Jahren hatten wir zehn Quadratmeter weniger, weil wir zwei Wände in Coburg und Bamberg hatten." Das war bei der Fußball-Europameisterschaft.

Nun also die Rekord-Wand: Auf dem freien Markt muss man dafür schon rund 100 000 Euro Miete hinlegen. Radio Bamberg, als Veranstalter der Fanmeile auf dem Maxplatz, muss weniger tief in die Tasche greifen. Das liegt unter anderem daran, dass eine Eventfirma, die Radio Bamberg gehört, vor sechs Jahren gemeinsam mit den Brose Baskets die Leinwand entwickelt und gekauft hat. Seitdem gehört der Firma die LED-Wand, Radio Bamberg mietet diese praktisch bei sich selbst.

Warum die Brose Baskets hier mit im Boot sind? Ganz einfach: "Die Wand ist die Bande der Brose Baskets", sagt Mischa Salzmann. So nahe waren sich Basketball und Fußball wohl noch nie. Die meiste Zeit werden die LED-Module in der Brose-Arena bei den Heimspielen der Brose Baskets genutzt. Dann läuft hier Werbung.

Drei Tage dauert der Aufbau

Sollte allerdings ein Turnier wie die Fußball-Weltmeisterschaft anstehen, sind die Verhältnisse geklärt: "Wir haben das Zugriffsrecht auf die Bande", sagt Salzmann. Dann müssen sich die Brose Baskets für die Arena einen Ersatz anmieten. So lange die deutschen Fußballer im WM-Turnier verweilen, bleibt auch die Wand am Maxplatz stehen. Sie muss auch nachts bewacht werden. Ein Auf- und Abbau lohnt sich nicht: Das beansprucht drei volle Tage.

Die deutsche Mannschaft musste schon das Algerien-Spiel überstehen, damit die ganzen Ausgaben, die Radio Bamberg für die Fanmeile am Maxplatz getätigt hat, wieder reinkommen. Beim 22-Uhr-Spiel am Montagabend waren laut Salzmann nur 1500 Fans (die Polizei spricht von 1000; siehe rechts). "6000 Fans gehen locker auf das Gelände." Man sei trotzdem im Soll, da im Schnitt zu den Vorrundenspielen im Schnitt 4000 Fans gekommen waren. Mehr als geplant.

Für das nächste Deutschlandspiel am Freitag gegen Frankreich sollen die Fans am besten abgezählt drei Euro mitbringen - so viel kostet der Eintritt zur Fanmeile. Dann gehe es schneller am Eingang. Mischa Salzmann rechnet schließlich damit, dass es richtig voll wird. Dann ist neben dem Fan auch der Geschäftsmann in ihm beruhigt, wenn wieder mit über 70 000 Watt am Maxplatz Fußball läuft.