Im Mainstream zu schwimmen, ist nicht ihr Ding. Sieben Bamberger tanzen aus der Reihe und feiern damit Erfolge: Aufs Siegertreppchen schwangen sich Separated nur wenige Wochen nach ihrer Gründung erstmals und errangen beim landesweiten "Dance2u"-Contest die Vizemeisterschaft, der Platz Eins beim Bayerischen Wettkampf des Turnerverbands "Dance'n more" folgte. Auf diese Weise sicherten sich die glorreichen Sieben im Breakdance-, Popping- und Hip-Hop-Style ein Renommee, das Richtung "Hall of Fame" führte: So betitelten Separated nämlich das Video, das die Franken gerade auf den Markt warfen. "Wir wollen anderen zeigen, dass es sich für die eigenen Ziele und Ideale zu kämpfen lohnt", meint Kris Thum als Crewmitglied.

Leicht fiel's auch den Tänzern von Separated nicht, sich in einer weiblich dominierten Sparte zu behaupten. "Man belächelte uns", erinnert sich Thum, zumal sich die Zahl vergleichbarer Gruppen im Frankenland in Grenzen hält, wo allenfalls Männerballetts in der "fünften Jahreszeit" die Hüften schwingen.


Anfänge als Statisten
Wie kommen sieben Bamberger Jungs zwischen 18 und 25 Jahren aber dazu, eine Dancecrew zu gründen? "Alles begann beim TV Hallstadt, wo wir uns vor vier Jahren kennenlernten", sagt Walter Weber. Irgendwann suchte ein anderes Ensemble für seinen Auftritt noch Statisten: "Und wir meldeten uns spontan, um auf diese Weise erstmals überhaupt mit Showtanz in Berührung zu kommen."



Bei einem Act blieb es nicht - "wir hatten Blut geleckt", so Kris Thum mit breitem Grinsen. Mit Hilfe einer Trainerin entwickelten sich die Bamberger zu Backgroundtänzern, die "was uns als einstigen Bewegungslegastenikern tatsächlich gelang". Nur traten die Talente im Hintergrund noch zahllose Auftritte später auf der Stelle, nachdem weibliche Protagonisten bei Choreografien im Blickpunkt standen.


Bald unzertrennlich
Den entscheidenden Schritt nach vorn tanzten die Bamberger am 17. Juni 2012 - der Geburtsstunde von Separated. Mittlerweile war alle Sieben "auch privat ein unzertrennliches Team", wie Kris Thum berichtet: Jungs aus verschiedensten beruflichen Bereichen. So gehören der Gruppe neben dem 23-jähigen Fachoberschüler die Studenten Walter Weber und Artur Hasselbach an, Jessie J. Melsa als Fachangestellter für Bäderbetriebe, Nelson Mzobe als Steinmetz, Viktor Weber als Versicherungsmann und Fabian Stenglein als Polizist.



Aber zurück aufs Parkett, auf dem sich Separated zu profilieren suchten. Popping, Breakdance und Hip-Hop verwoben die Tänzer mit akrobatischen Elementen zu einem eigenen Style. "Wir hatten gemerkt, welches Potenzial in uns steckt", meint Thum. Mit enormem Ehrgeiz trainierten die Bamberger weiter - bis hin zum Drill via You-Tube. "Wir sahen uns Darbietungen von den Poreotix oder beispielsweise auch Quest Crew an, um uns an Weltstars zu orientieren." Was rasch Erfolg zeigte, wie die eingangs genannten Wettbewerbsergebnisse belegen. Natürlich tanzten die Bamberger inzwischen auch nach eigener Choreographie, wie sie Separated erstmals für den "Dance2u"-Contest des Bayerischen Turnerverbandes in Ingolstadt erarbeiteten, wo die Gruppe Vizemeister wurde.


Tanzen bei den Brose Baskets
Bei den Brose Baskets heizten die Tänzer die Stimmung an. Das bislang größte Publikum applaudierte Separated aber bei "Bamberg zaubert", wo die Sieben über die Hauptbühne der Siebenhügelstadt fegten.

Wer hätte das von Statisten erwartet, ja "Bewegungslegastenikern"? Ihren Aufstieg dokumentierten Separated inzwischen mit gesunder Selbstironie über die Fotomontage "The Evolution". Und entwickelten nach diversen anderen Clips das Video, das die Tänzer singend wieder Neuland betreten lässt. Mit "Hall of Fame" wollen die Franken eben zeigen, was mit der nötigen Motivation und Durchhaltevermögen zu erreichen ist, so die Crew, die übrigens auch den ersten Bamberger Harlem Shake vor einigen Monaten organisierte.

Als Videoproduzent gab Mirko Kühnl sein Debüt, der die "Traumstadt der Deutschen" neben den Sängern und Tänzern ins rechte Licht rückte. Auf Facebook fand sein Werk innerhalb kürzester Zeit auch 50.000 Klicks. Womit sich der angehende Mediengestalter unter dem Künstlernamen Mkiro zwei weitere Anfragen einer Nürnberger Band und eines Bamberger DJs sicherte, "für die ich nun wahrscheinlich auch Videos produziere", so Kühnl.