635 Euro steuerfrei. Damit versucht Frank Sievers einen neuen Mitarbeiter zu gewinnen. Zuverlässig muss der sein und genau. Jeden Tag. Und: Der oder die Mitarbeiterin sollte eine Fläche haben, auf der es ungehindert regnen und schneien kann. Und: ein Computer samt Internetanschluss sind unabdingbar. Einmal täglich werden die Dienste des oder der Neuen gebraucht und zwar immer zur exakten Zeit: um 6.50 Uhr früh im Winter, im Sommer eine Stunde später. Bis spätestens 8.15 Uhr (Winter) bzw. 9.15 Uhr müssen die Daten raus sein, dann ist alles bis zum nächsten Tag erledigt.

Sievers sucht einen Wetterbeobachter für eine Niederschlagsstation

Allerdings nicht irgendein Beobachter irgendwo kann diese Tätigkeit erledigen. Die Stellenbeschreibung gilt nur für jemanden aus dem Raum Hirschaid, Strullendorf oder Buttenheim. Denn seit September ist dieser in Sachen Wetterbeobachtung zumindest was den Deutschen Wetterdienst anbelangt, verwaist. In der Region Bamberg kann der Deutsche Wetterdienst auf eine Vielzahl von ehrenamtlichen Mitarbeitern zurückgreifen. Wetterbeobachtungsstationen finden sich in der Region Bamberg, neben der automatisierten in Bamberg, noch unter anderem in Scheßlitz, Wattendorf, Burgebrach, Ebrach, Schlüsselfeld, Königsfeld oder Viereth- Trunstadt.

Treue Mitarbeiter

Eine Vielzahl der Mitarbeiter von Frank Sievers der sie in Bayern betreut, erledigt diese Aufgaben schon jahrzehnte-, ja manche Familie schon über ein Jahrhundert lang. Für besonders treue Beobachter hat der Deutsche Wetterdienst auch besondere Ehrungen.

Ab 25 Jahren winkt ihnen die Wetterdienstplakette, ab vier Jahrzehnten gibt's die Bundesverdienstmedaille, wie's dann weiter geht, vermag Sievers auf Anhieb nicht zu sagen.

Was er jedoch ganz sicher sagen kann, ist dass alle Mitarbeiter die für die Messungen nötigen Utensilien (Messglas, Schneebrett, Schneemess-Stab) gestellt bekommen und ihnen der richtige Umgang damit genau erklärt wird. Bevor ein Bewerber den Zuschlag erhält, sieht Sievers sich vor Ort um, damit die Voraussetzungen für ordnungsgemäßes Beobachten und Messen auch wirklich gegeben sind.

Denn auf die Daten des Deutschen Wetterdienstes für eine jeweilige Region will und muss sich die Kundschaft ja auch verlassen können. Es geht um Landwirtschaft aber auch Bauwirtschaft und dergleichen. Nach der Eruierung vor Ort gehen die Daten übrigens an die Zentrale in Offenbach, von wo aus sie in aller Welt zur Verfügung stehen.

Vertretung sicherstellen

Eine ganz wichtige Voraussetzungen dafür, dass man den Job bekommt, ist auch der Umstand, dass man einen Vertreter hat, der einspringen könnte, wenn man mal beim Wetterbeobachten verhindert sein sollte.
Bislang hat der Deutsche Wetterdienst im Bereich Buttenheim, Hirschaid, Strullendorf mit seinen Ehrenamtlichen gute Erfahrungen gemacht, lässt Sievers weiter wissen. Fast 40 Jahre war ein Beobachter in Friesen aktiv, ehe er altersbedingt ausschied. Ein paar Monate lang gab es einen Beobachter in Ketschendorf und im Anschluss einen, der in Strullendorf ein Jahr lang das Wetter beobachtet und dokumentiert hat. Aber das hat sich mit dessen Umzug erledigt.

Wer sich berufen fühlt, setzt sich mit Frank Sievers unter der Telefonnummer 069/8062 9254 oder Email frank.sievers@dwd.de in Verbindung. Die steuerfreien 635 Euro sind übrigens das jährliche Salär, das dem zuverlässigen Wetterbeobachter winkt.