Während in Großstädten schon seit einigen Tagen gestreikt wird, kam es am Freitag nun auch in Bamberg zu ersten Streiks. Rund 70 Beschäftigte vom Real-Markt in Hallstadt und dem Bamberger Marktkauf folgten dem Aufruf der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und traten in einen Tagesstreik.

Dennoch blieben beide Märkte für Kunden geöffnet und Einkäufe konnten getätigt werden. Lediglich am Marktkauf wies ein Zettel an den Türen auf den Streik hin. Darauf bat die Geschäftsführung zudem, mögliche Verzögerungen zu entschuldigen.

Die Streikenden kämpften mit der Niederlegung ihrer Arbeit um 6,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber ein Plus von 140 Euro. Für die Ausbildenden fordern sie ebenfalls 6,5 Prozent bei mindestens 50 Euro. Der neue Tarifvertrag soll eine Laufzeit von 12 Monaten haben.

Im Mittelpunkt des Streiks stand auch die bundesweite Kündigung aller Manteltarifverträge. "Auch in der Bamberger Region haben die Beschäftigten mit großem Unmut auf die Kündigung des Manteltarifvertrags durch die Arbeitgeber reagiert", betonte Verdi-Streikleiter Dominik Datz. Dies wolle man auf keinen Fall hinnehmen. Denn das würde sämtliche soziale und finanzielle Sicherheiten, die man in der Vergangenheit mühsam errungen hatte, in Frage stellen.

Zudem, so klagte Datz, würden Arbeitgeberverbände fordern, dass über mehr Arbeitszeitflexibilität, Streichung von Zuschlägen für Nachtarbeit und Mehrarbeit und Absenkung der Gehälter von Kassiererinnen und Verräumkräften nach unten diskutiert werden müsse. Damit drohten prekäre Arbeitsverhältnisse und Lohndumping.

Der Tagesstreik in den beiden Bamberger Einkaufsmärkten sei erst der Anfang, so Datz. Sollte es mit den Arbeitgebern zu keiner Einigung kommen, werde man die Streiks ausweiten.