Im Jahr 2008 verabschiedeten die Vereinten Nationen (UN) ein Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Diese Konvention nahm die Offene Behindertenarbeit der Lebenshilfe Bamberg (OBA) zum Anlass für ihren Kalender "Menschen-Rechte 2015". In der Bamberger VHS wurde der neue Kalender am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung vorgestellt.

Dafür wurden zwölf Artikel ausgewählt, die hauptsächlich die Themen Wohnen, Arbeit, Bildung oder Freizeit betreffen. Der Fotograf Christoph Lilge setzte diese dann in entsprechende Motive um. Durch die Übersetzung des Inhaltes in eine leicht verständliche Sprache war es möglich, den Menschen die Bedeutung dieser Artikel zu vermitteln und so konnten die Motive auch gemeinsam ausgewählt werden. Die Bilder beinhalten die unterschiedlichsten von der Konvention betroffenen Lebenssituationen - zum Beispiel die Arbeitsstelle, die gemeinsame Wohnung oder der Besuch des Rathauses am Wahltag. Einige sind auch in der Freizeit entstanden, zum Beispiel beim Public Viewing, in der Stadtbücherei oder gar auf einem gemeinsamen Ausflug der OBA.

Freude auf der Bühne

Monika Maierhöfer, Hauptamtliche Mitarbeiterin der OBA, zeigte sich froh über die gelungene Aktion. Alle Teilnehmer hätten die Thematik und die daraus entstandenen Bilder sehr positiv aufgenommen. Dies war auch bei der Präsentation zu spüren - die Freude stand den Beteiligten, die sich auf der Bühne versammelt hatten um Artikel und Motive vorzustellen, förmlich ins Gesicht geschrieben. Sie gewährten durch ihre persönlichen Geschichten einen Einblick in ihre Leben, erzählten den zahlreich erschienenen Gästen von ihren Wünschen und Problemen oder plauderten auch einfach nur über ihr Lieblingsbuch oder die favorisierte Fußballmannschaft.

Mehr mit den Menschen sprechen

In Deutschland leben rund 9,6 Millionen Menschen mit Behinderung. Daher ist es für Monika Maierhöfer wichtig, auf die Belange dieser Menschen aufmerksam zu machen. Denn nicht nur sie, sondern jeder Mensch habe Einschränkungen. Außerdem solle man "vielmehr mit den Menschen sprechen, als über sie", gab die Behindertenbeauftragte der Stadt Bamberg, Nicole Orf, zu bedenken.

Durch die Konvention der UN wurden die Rechte der Menschen mit Behinderung als allgemeine Menschenrechte anerkannt. Diese soll vor allem dazu beitragen, dass Barrieren im täglichen Leben abgeschafft werden. Bereits im Jahr 1993 hatte man diesen internationalen Gedenktag eingeführt, um das Bewusstsein für Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit zu stärken.