In großer Besetzung rückte die Feuerwehr zur Sitzung des Marktgemeinderates an. Das Thema, das die Männer brennend interessierte, war natürlich der Tagesordnungspunkt "Feuerwehrangelegenheiten". Konkret ging es um die Beschaffung von Feuerwehrfahrzeugen.

Doch noch bevor das Gremium so richtig in den ersten Tagesordnungspunkt einsteigen konnte, stellte Dritter Bürgermeister Xaver Nistler (CSU) einen Antrag zur Geschäftsordnung: Eben dieser Tagesordnungspunkt sollte vertagt werden. Das Gremium reagierte einigermaßen erstaunt, ebenso die Aktiven auf den Zuhörerplätzen.

Denn das Thema selbst beschäftigt die Marktgemeinderäte bereits seit geraumer Zeit. Nistler begründete seinen Antrag damit, dass er mit Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann über die Wünsche der Wehr gesprochen hatte und man gemerkt habe, dass es hier wohl Unstimmigkeiten gebe.

Die Wehr wolle ein Fahrzeug, das es so in der Region noch nicht gebe. Vor einer endgültigen Entscheidung halte er eine größere Gesprächsrunde - mit Feuerwehr, Gemeinde und Kreisbrandrat - für sinnvoll, argumentierte Nistler.

Der Marktgemeinderat reagierte einigermaßen überrascht. Gleiches galt für die Zuhörer. Da bei einem Antrag zur Geschäftsordnung unmittelbar über diesen abzustimmen ist, tat dies das Gremium. Per 6:5-Votum wurde die Entscheidung vertagt.

Freilich, so merkte Franz Werner (CUW) an, hätte er gerne nachgefragt, hätte er sich dazu eine Meinung gebildet. Auch Katharina Lehnert (Bürgerblock) meinte, sie hätte zuvor gerne noch Fragen gestellt.

Bürgermeister Heinrich Thaler (CSU) fasste den bisherigen Sachverhalt zusammen. Demnach war bereits schon zwei Mal (nacheinander) ein neues Feuerwehrfahrzeug beantragt und von der Regierung bewilligt gewesen. Die Bewilligungsbescheide gab man jeweils wieder zurück, da sich zwischenzeitlich die Sachlage (wechselnde Normen) verändert hatte.

Zuerst handelte es sich um ein reines Tanklöschfahrzeug 16/24 mit 2400 Litern. Dann wurde ein HLF 20/16, das auch Technische Hilfeleistung ermöglicht, beantragt. Wie Nistler es ausgeführt hatte, "ein Luxus", den die Wehr so nicht wollte, weshalb sie den aktuellen Antrag wiederum für ein Tanklöschfahrzeug mit einem Volumen von 3000 Litern gestellt hatte.

Die Feuerwehr hatte eine Ausschreibung ausgearbeitet, die nach Beschluss durch den Marktgemeinderat der Regierung in Sachen Förderung vorgelegt werden muss.

Auf die FT-Nachfrage bei Erstem Kommandanten Volker Hack erklärte dieser, wichtig sei aufgrund der Gegebenheiten für die Wehr die Ausrüstung mit mehr Löschwasserkapazitäten. Das bereits bewilligte HLF 20/16 habe man deswegen nicht gewollt, weil dazu nur ein teures Angebot eingangen sei. Weil sich die vorgegebenen Normen zwischenzeitlich erneut geändert hätten, stelle nun das beantragte Fahrzeug TLF 3000 das der Wahl dar.

Gemeinsam planen

In der Sitzung rief der Bürgermeister zudem in Erinnerung, dass seitens des Arbeitskreises "Zusammenarbeit", der mit Burgwindheimern und Ebrachern besetzt ist, schon vor längerem die gemeinsame Bedarfsplanung beider Feuerwehren angeregt wurde.

Auf Wunsch des Gremiums jedenfalls soll nun zeitnah ein Gespräch mit dem Kreisbrandrat stattfinden, mit der Feuerwehrführung und interessierten Gemeinderäten.

Auf FT-Nachfrage hat Kreisbrandrat Ziegmann seine Bereitschaft zu diesem Gespräch bestätigt. Aus Sicht der Landkreisführung sei ein wasserführendes Fahrzeug für die Burgwindheimer Wehr die beste Lösung. Das für Technische Hilfeleistung nötige Equipment sieht er auf dem vorhandenen Löschgruppenfahrzeug (LF 8) unterzubringen.

Im Gespräch ist weiterhin, so zeigte die Aussprache im Gemeinderat, ein Ersatz für das Mehrzweckfahrzeug, das auch die First Responder (medizinische Ersthelfer) nutzen. Auch das wird wohl Gegenstand der Gesprächsrunde sein.

Keine Diskussion gab es dann bei einem weiteren Feuerwehrthema: Selbstverständlich ist Burgwindheim bei der Erstteilnahme am erweiterten Probebetrieb des Digitalfunks für Feuerwehren im Landkreis dabei. Der gemeinsamen Beschaffung von digitalen Endgeräten schließt man sich gleichfalls an.

Die vom jüngsten Hochwasser heimgesuchten Gebiete unterstützt Burgwindheim mit dem vom Bayerischen Gemeindetag vorgeschlagenen einen Euro pro Gemeindebürger. Den Bürgern sagte Thaler abschließend Dank für die bisher schönste und "phänomenale" Feier, die des Jubiläums 1000 Jahre Markterhebung. Wobei er insbesondere diejenigen in den Blick rückte, die sie ermöglicht haben.

Im Gewerbegebiet "In der Au" wird künftig mit der Errichtung einer Waschstraße eine Lücke in der Infrastruktur geschlossen. Denn das Gremium hatte gegen den Bauantrag nichts einzuwenden.

Zum Stand der Wasserversorgung des Gemeindeteils Untersteinach berichtete Thaler von einer neuen Trassenführung, die seitens des Planungsbüros als machbar bezeichnet wurde. Sämtliche Unterlagen befänden sich beim Landratsamt. Ziel müsse ein Anschluss Untersteinachs an die Auracher Gruppe noch in diesem Jahr sein, befand er abschließend.

Die Feuerwehrdelegation hatte übrigens eisern bis zum Sitzungsende durchgehalten.