Zum Großprojekt "Quartier an den Stadtmauern" in Bamberg ist in dieser Woche ein weiteres Projekt hinzugekommen, das sich an das Baufeld anschließt: Am Gebäude an der Promenadestraße 7 werden derzeit Stabilisierungsarbeiten durchgeführt. Das bestätigte Mathias Polz, Pressesprecher der Sparkasse Bamberg, auf Nachfrage.

Demnach ist das in Besitz der Sparkasse befindliche Jugendstilhaus zwar nicht akut einsturzgefährdet, jedoch seien diese Maßnahmen nach Auskunft des ausführenden Architekturbüros Schröbel notwendig, um die langfristige Stabilität des denkmalgeschützten Gebäudes zu gewährleisten, so Polz. "Der Boden ist sehr sandig." Dieser soll nun mit Beton verfestigt werden. Diese Baustelle dauert bis Ende August.


Von der Baustelle umschlossen

Die Maßnahmen sind laut Polz kein Bestandteil des Projekts "Quartier an den Stadtmauern". Vielmehr habe sich die Sparkasse dazu entschlossen, die im Laufe der Jahre aufgetretene Problematik parallel zur großen Quartiersbaustelle anzugehen, um die Nachbarn möglichst nur einmal zu belasten.

Dennoch weckt die zusätzliche Baustelle, die sich seit Montag in die Promenadestraße Richtung Café Rondo erstreckt, Kritik bei Anliegern. Claudia Kundmüller vom Hotel Central, der das Haus Promenade 3 gehört, ist besonders betroffen. Unmittelbar vor dem Hoteleingang stehen nun die Mulden und Fahrzeuge im abgesperrten Baubereich. Was zu Problemen führe: "Wir registrieren mehr kurzfristige Stornierungen, weil die Gäste abgeschreckt sind." Das Hotel ist sowohl hinten, wo das Quartier entsteht, als auch vorne von der Baustelle umschlossen. Die Gäste könnten ebenso wie der Lieferverkehr nicht mehr unmittelbar vor dem Hotel halten. "Es ist eine große Belastung für mich und meine Mitarbeiter", sagt Kundmüller über die schwierige Situation. Schließlich sei viel Koordinationsarbeit für das Hotel mit seinen 60 Betten zu leisten.


Auf Informationen angewiesen

Was Claudia Kundmüller an der neuen Baustelle stört: Sie fühlt sich nicht frühzeitig informiert. "Die Baustelle wurde eingerichtet, ohne dass ich gefragt worden bin", kritisiert sie auch in Richtung Stadtverwaltung. Die Hotelinhaberin wundert sich, dass über das Baustelleninformationssystem der Stadt bisher keine Informationen zu bekommen waren.

Claus Reinhardt, Sprecher des Baureferats und Betreuer des Baustelleninformationssystems, erklärt, dass zwar Aufgabe der Pressestelle der Stadt sei, eine Baustelle im öffentlichen Raum zu kommunizieren. "Aber wir sind grundsätzlich davon abhängig, was vom Bauherrn kommt."

Aufgrund mehrerer Anfragen hat die Stadt am Mittwoch eine knappe Mitteilung herausgegeben, in der auf das erweiterte Baufeld an der südlichen Promenadestraße hingewiesen wird. Unter anderem entfallen wegen der Baustelle auch mehrere Taxistände.

Mathias Polz betont, dass die Sparkasse so transparent wie möglich agieren will. "Wir stehen in regem Kontakt mit den Nachbarn." Allerdings: "Sind wir uns schon bewusst, dass es nicht optimal für alle ist." Dennoch sei man auch bei dieser Baustelle bemüht, die Beeinträchtigungen durch den Einsatz von geräusch- und emissionsarmen technischen Hilfsmitteln so gering wie möglich zu halten.


Quartier-Pläne:
Insgesamt 50 Millionen Euro investiert die Sparkasse Bamberg in das künftige "Quartier an den Stadtmauern", das zwischen Promenade und Langer Straße gebaut wird. Bis Ende 2018 entstehen hier ein Hotel sowie mehrere Wohnungen und Geschäfte.